Darf man noch Rindfleisch essen?

"Nein", antwortet darauf das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV). "Wer kein Restrisiko eingehen will, muss in der heutigen Situation Fleisch meiden." Wer trotzdem Fleischeslust verspürt, sollte unbedingt auf die Herkunft der Produkte achten. In folgenden Ländern ist laut einer EU-Expertenkommission ein BSE-Risiko unwahrscheinlich: Argentinien, Paraguay, Chile, Neuseeland, Australien und Norwegen.

Der Münchner Creutzfeldt-Jakob-Experte Hans Kretzschmar hält die Gefahr, die vom Genuss eines deutschen Steaks ausgeht, für äußerst gering. Noch seien keine BSE-Erreger im Muskelfleisch nachgewiesen worden. Zwar könne niemand sagen, dass der Erreger im Fleisch überhaupt nicht vorkomme. Doch selbst dann wäre seine Konzentration so gering, dass die Gefahr für den Konsumenten minimal wäre.

John Collinge, BSE-Forscher am St. Mary's Hospital in London, rät sogar explizit zu British Beef: "Die Maßnahmen in Großbritannien sind stringent und werden unglaublich scharf kontrolliert. Es gibt Armeen von Fleischinspektoren. Wir essen nur noch Tiere, die jünger sind als 30 Monate. Alle bekannten Risikomaterialien (Gehirn, Rückenmark) werden trotzdem entfernt. Das BSE-Risiko dürfte derzeit in einigen europäischen Ländern höher sein."

Worauf sollte man unbedingt verzichten?

Gehirn, Rückenmark und die Netzhaut des Auges enthalten sehr hohe Prionenmengen und sind daher besonders gefährlich. Hoch belastet sind Hirnflüssigkeit, Hirnanhangsdrüse und die harte Hirnhaut, Lymphknoten und Mandeln, Teile von Dünn- und Dickdarm, Milz und Nebenniere. In Milch, Fett, Muskelfleisch, Haut, Haaren, Knochen und Knorpelgewebe ist der BSE-Erreger bisher nicht nachgewiesen worden. Allerdings besteht bei der Schlachtung und Verarbeitung die Gefahr, dass durch verunreinigte Messer und Sägen Erreger auf eigentlich unbedenkliche Rinderteile übertragen werden.

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