Wer früh bucht, spart Geld: Mit diesem Slogan werben Reiseveranstalter und Hoteliers bereits seit mehreren Jahren. Wer das Geld der Urlauber früh in der Tasche hat, der geht kein Risiko ein, die Reisen auf den letzten Drücker nicht mehr loszubringen. Immer raffinierter werden deshalb die Tricks, den Kunden schon Monate vor Reiseantritt zum Buchen zu animieren, immer größer wird die Zahl der Angebote für Frühbucher. Ein Preisvergleich gerät allerdings immer schwieriger.

Der Klever Veranstalter Alltours beispielsweise wirbt in den Katalogen für den kommenden Sommer mit einem "erheblich ausgeweiteten" Frühbucherprogramm. 40 Prozent aller Hotels, verspricht Alltours, seien mit speziellen Preisen ausgewiesen. ITS bietet für über 60 Prozent seiner Hotels Frühbuchervorteile. Die TUI-Sparmarke 1,2,Fly legt sogar einen eigenen Katalog für Schnellentschlossene auf, der nahezu das komplette Angebot umfasst.

Einen großen Nachteil hat dieses stetig wachsende Angebot allerdings für den Kunden: Der Preisvergleich wird immer schwieriger. Denn mal gilt der Rabatt pro Woche, mal pro Abflug. In einigen Häusern gibt es gar keine Preisnachlässe, in anderen dagegen relativ hohe. Außerdem bieten viele Hotels günstigere Konditionen nur für bestimmte Reisetage an, bei anderen wiederum gelten sie mehrere Monate.

Die Preisnachlässe bewegen sich in der Regel zwischen 30 und 100 Mark pro Person und Woche. Von Werbesprüchen wie "Wer früh bucht, spart bis zu 438 Mark" sollten sich Urlauber nicht in die Irre führen lassen, denn eine solche Ersparnis ist meist nur bei Buchung eines Einzelzimmers im Fünf-Sterne-Hotel in der Hochsaison möglich - und das kostet meist mehrere tausend Mark. Das Gros der Frühbuchertermine liegt ohnehin außerhalb der Hauptsaison.

Der Wettbewerb hat sich in diesem Jahr durch die gestiegenen Benzinkosten und den hohen Dollarkurs verschärft. Branchenkenner gehen daher davon aus, dass der Preis noch stärker als bisher ausschlaggebend für den Verkauf von Pauschalreisen sein wird. Alltours-Geschäftsführer Willi Verhuven: "Die Kunden werden die Angebote der verschiedenen Veranstalter aufgrund der steigenden Haushaltsaufwendungen genauer als bisher unter die Lupe nehmen." Deshalb werden die Kunden umworben mit Slogans wie "Sparfüchse kompensieren Preiserhöhungen, indem sie sich schnell entscheiden" (Kreutzer). Ein geschickter Schachzug, der noch mehr Gäste rechtzeitig an den Reisebüro-Counter locken soll.

Eine schnelle Buchung ist bei den meisten Angeboten allerdings gar nicht mehr nötig, denn die Endtermine für Rabatte rutschen immer weiter nach hinten. Bei 1,2,Fly beispielsweise können Frühentschlossene bis 28. Februar zum Vorzugspreis ihren Sommerurlaub buchen. Neckermann, DERtour, ITS und Alltours bieten bis 15. oder 31. März Sonderkonditionen. Die LTU-Marken Tjaereborg, Meier's Weltreisen, Jahn Reisen und Smile & Fly gewähren ebenfalls bis weit ins kommende Jahr Preisnachlässe. Auf der Fernstrecke gibt es bei den LTU-Veranstaltern sogar bis 30. April Frühbucherermäßigungen.

Wenn im kommenden Jahr Rabattgesetz und Zusatzverordnung fallen, wird sich der Preiskampf weiter verstärken. Sollten die Veranstalter dann mit noch mehr Sonderkonditionen locken, könnten Frühbucherermäßigungen schon bald nur noch eines von vielen Rabattsystemen sein.