Wechselt Bill Clinton die Fronten? Jahrelang musste sich der scheidende US-Präsident die unangenehmen Fragen der Journalisten über Sexpraktiken und andere Intimitäten gefallen lassen, jetzt darf er möglicherweise bald selber Politiker ausfragen. Der US-Klatschkolumnist Matt Drudge meldet, der Sender NBC habe Interesse an einer wöchentlichen Talkshow mit Clinton. Das Projekt, eine "Interviewsendung in der Tradition von David Frost", sei aber noch in der Entwicklungsphase. Im Weißen Haus wollte man diese Zukunftspläne nicht kommentieren. Eingefleischte Demokraten werden übrigens enttäuscht sein: Der Präsident werde seinen Nachfolger in der Sendung nicht kritisieren, heißt es in der Meldung. Es wird also nichts mit dem Querulanten-TV.

In der Regel ist es den Kunden eher egal, wenn ein Bäcker und eine Bäckerin im Ort heiraten. Interessant wird es für sie, wenn beide anfangen, ihr Angebot zu sortieren und sie nur noch Feingebäck verkauft und er das Liegengebliebene von gestern aufbackt. Und richtig spannend erst, wenn die früheren Konkurrenten plötzlich füreinander werben und sich die Kunden gegenseitig zuschanzen. So weit sind jetzt die frisch vermählten Fernsehsender Sat.1 und ProSieben samt ihren Töchtern Kabel 1 und N24. So geht Synergie: Im Januar wirbt Sat.1 erstmals für eine Sendung auf Kabel 1, die Wiederholung der Krankenhausserie Für alle Fälle Stefanie, die früher auf Sat.1 lief. Zurzeit wirbt Kabel 1 fröhlich für das "heiße" Weihnachtsprogramm auf ProSieben und versteckt dafür sogar sein Logo zugunsten der roten Sieben. Mit der Überkreuzwerbung will die Gruppe von Leo Kirch Kapital aus ihrer einzigartigen Position als fester Senderblock schlagen - allerdings nicht häufiger als mit vier Kampagnen jährlich pro Sender und nur für größere Aktionen. Zu groß ist die Sorge, dass man den Zuschauer sonst nur verwirrt und er gar nicht mehr weiß, wo er seine Lieblingsbrötchen findet.