Es begann harmlos mit einem Witz über einen Bankräuber, der eine Samenbank überfällt. Daraus wurde ein Kettenbrief, der sich rasend schnell über den Erdball verbreitete. Und nun stellen sich viele Unternehmen die Frage, ob Angestellte nicht dem Ruf der Firma schaden können, wenn sie schmutzige Witze per E-Mail weiterleiten. Claire Swire, eine PR-Mitarbeiterin des britischen Internet-Dienstleisters MagicButton.Net, hatte den Witz versandt, angereichert mit Details über ihre sexuellen Präferenzen. Einer ihrer Adressaten, ein Londoner Anwalt, leitete die delikate Post an 14 Kollegen weiter und löste so die Lawine aus. In britischen Kanzleien mussten hoffnungslos überlastete Mail-Server abgeschaltet werden. In Südafrika und Neuseeland wurde Angestellten wegen des Schmuddelwitzes sogar gekündigt. Frau Swire und ihr Bekannter dagegen haben ihren Job behalten.

"Deutschland schreibt sich mit .de", verkündet das Kulturportal Deutschland (www.kulturportal-deutschland.de), das mit großem Tamtam von Staatsminister Michael Naumann gestartet wurde. Die Ladezeit des Verzeichnisses aller Kulturinstitutionen beweist allerdings, dass Kultur eine schwergewichtige Sache ist: Vier bis sechs Minuten braucht die Website, bis die deutschen Säulen stehen. Protest gegen den Kulturzentralismus im Cyberspace kommt aus Bayern, wo Kultusminister Hans Zehetmair den Aufbau eines eigenen Angebots angekündigt hat.

Robotics Toys wie Sonys Computerhund Aibo, Amazing Babies von Playmate oder My Real Baby von Hasbro waren Renner im Weihnachtsgeschäft. Weil sie das kindliche Spiel verkümmern lassen, kassierten die Spielroboter von der auch in Deutschland aktiven Alliance for Childhood einen Preis für das schlimmste Spielzeug des Jahres. Andere Experten sehen das ganz anders: Das Kind müsse lernen, dem Roboterspielzeug sinnvolle Reaktionen zu entlocken, und dies sei die Grundlage von Interaktion, verkündete Diane Levin, Vorsitzende von Truce (Teachers Resisting Unhealthy Children's Entertainment). Besorgte Eltern haben also wieder einmal die Wahl zwischen zwei pädagogischen Wahrheiten.