Mal ehrlich: Hat Ihnen Weihnachten Spaß gemacht? Früher, da gab es unter dem Christbaum leuchtende Kinderaugen und Bauklötze aus deutschen Eichen. Aber in Globalisierungszeiten müssen natürlich hoch technische Geräte aus dem fernen Orient herangeschleppt werden, die dann alle nicht funktionieren. Man konsultiert die Bedienungsanleitung ("Herzlichen Gluckwunschen") und findet folgende Hinweise: ACHTUNG! GEFAHR! VORSICHT!

Achten Sie mal drauf. Allein das neue Philips-Faxtelefon enthält zwölf verschiedene Warnhinweise über rauchende Gummimatten, Blitzschläge und das Austreten ätzender Flüssigkeiten. Auf dem neuen ICE-Auto-Kassettenradio steht: "ACHTUNG Ein Reparatur-Anspruch besteht nicht, wenn die Fehler durch unsachgemäße Behandlung (siehe Gebrauchsanweisung) entstanden sind." Und so weiter. Männer, die zuvor Berge versetzen konnten, hat solcherlei Lektüre schon zu jammernden Bündeln reduziert. Da halten wir inne und denken an die Menschen, die uns bisher eher fremd waren: die Verbraucherschützer. Jawohl, plötzlich schließen wir Leute wie Karl Lucks vom Kieler Institut für Schadensverhütung ins Herz: "Jedes Gerät, das mit einer Steckdose verbunden ist, stellt einen potenziellen Brandherd dar." Unser Held ist David Jenkins von der Königlichen Britischen Gesellschaft für die Vermeidung von Unfällen ("Augenschäden durch Weihnachtsbäume", "Verzehr unverdaulicher Geschenkverpackungen", "Rutschgefahr auf Bratenfett").

Im Verlangen nach Rettung suchen wir also im Internet die Nummer der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: "Kein Anschluss unter dieser Nummer." Verbraucherzentrale Niedersachsen: "Die Rufnummer ist unvollständig. Klack piep piep piep." Verbrauchertelefon der Uni Trier: "Sie rufen sicher an, weil Ihnen eine schlechte Gebrauchsanweisung den Spaß an Ihren Weihnachtsgeschenken verdorben hat. Im neuen Jahr stehen wir wieder für Sie bereit." WARNUNG. Dann könnte es zu spät sein.