Sollte es Bill Clinton doch noch während seiner Amtszeit gelingen, ein israelisch-palästinensisches Abkommen herbeizuverhandeln? Die amerikanischen Vorschläge für einen Rahmenvertrag, die nun nach drei Monaten blutiger Unruhen im Nahen Osten den beiden Delegationen vorliegen, sind zumindest ein ernsthafter Versuch, einen Frieden auf den Weg zu bringen.

Wenn es klappt - und diesmal sind die Voraussetzungen für eine Einigung entschieden besser als bei dem Gipfel in Camp David, den die Palästinenser als israelisches Diktat empfunden hatten -, dann könnte Clinton seinen Abschied aus dem Weißen Haus mit einer letzten Unterzeichnungszeremonie feiern. Verdient hätte er es

auch sein Nachfolger hat ihm grünes Licht für einen solchen Durchbruch in letzter Minute gegeben. Allen Beteiligten ist aber klar, dass die Probleme damit nicht Vergangenheit wären. Im Gegenteil: Sollten sich Ehud Barak und Jassir Arafat auf ein Abkommen einlassen, müssen beide mit Widerstand im eigenen Lager rechnen. Barak muss sich den Wählern stellen und Arafat der gesamten arabischen Welt. Beide wissen aber auch, dass ein erneutes Scheitern den Konflikt nur weiter anfachen würde - sie müssten sich dann früher oder später wieder mit denselben Fragen befassen. dax