die zeit: Herr Fahrholz, immer mehr mittelständische Unternehmen klagen, dass sie von den Großbanken keinen Kredit mehr bekommen. Wird Ihnen das Geschäft mit dem Mittelstand lästig?

Bernd Fahrholz: Nein. Ich höre diesen Vorwurf immer wieder. Er entbehrt jeder Grundlage, zumindest was die Dresdner Bank betrifft. Unser Geschäft ist tief im Mittelstand verankert.

zeit: Sie kennen aber auch die Zahlen, die genannt werden. Das Kreditvolumen der privaten Banken an kleine Unternehmen mit weniger als einer Million Mark Umsatz ist zwischen 1997 und 1999 gesunken.

Fahrholz: Das mag vielleicht für die Branche insgesamt gelten, aber nicht für die Dresdner Bank. Wir sind traditionell mit dem Mittelstand eng verbunden.

Und das ist keine Sprechblase.

zeit: Es heißt aber auch, Ihre Firmenkundenbetreuer seien angehalten, vor allem kleineren Kunden neben einem Kredit noch andere, provisionsträchtige Produkte zu verkaufen - zum Beispiel eine Versicherung.

Fahrholz: Einem Firmenkunden, also einem erfahrenen Kaufmann, können Sie nicht verkaufen, was er nicht haben will. Andererseits geht es darum - und das wird uns niemand übel nehmen können -, jeden Kunden so zu betreuen, dass beide Seiten daran als Kaufleute ihren Spaß haben. Also wollen wir zu unseren Kunden eine Gesamtverbindung aufbauen. Dann hat der Kunde insgesamt mehr Möglichkeiten, und die Bank kommt zu einem interessanteren Ergebnis.