Frauenthemen? Puh, denken da die meisten männlichen Fernsehzuschauer und schalten innerlich um auf Fußball oder Autorennen. Die höflicheren glotzen probeweise mit, etwa bei dem Zweiteiler Ich schenk dir meinen Mann, der sie als Zielgruppe durchaus mitmeint. Werden sie durchhalten bis zum Happy End?

Kaum. Und man muss fürchten beziehungsweise darf hoffen, dass auch die Zuschauerinnen verfrüht abschalten.

Ich schenk dir meinen Mann hat einen Vorläufer, der, ebenfalls als Zweiteiler, erfolgreich im Jahre 1998 lief. Damals führte Hannelore Elsner die Befreiung der Hanna Vonstein aus Ehejoch und Spießermief vor, ein furioser Schocker war das und doch ein Frauenfilm. Männer hätten auch damals bestimmt lieber Boxen geschaut, konnten sich aber nicht so ohne weiteres aus der Affäre ziehen. Denn ob eine Frau einfach alles kaputtschlagen darf, ist eine Frage, die auch sie sich manchmal stellen.

Jetzt, im Zweiteiler Nummer 2, ist aus dem Frauenfilm ein Frauenklischeefilm geworden. Jeder weiß, dass ein Film nicht gelingen kann, wenn er konzeptlastig ist, wenn nicht genug Freiraum bleibt für Intuition und Zufall.

Ich schenk dir ... 2 war viel zu gründlich bei seinen Hausaufgaben. Er zeigt Hanna Vonsteins Bemühen, es zu etwas zu bringen und dabei ihr ganzes altes Milieu noch mal nach Kräften herauszufordern. Dabei soll klar werden, dass Frauen wahlweise fiese Klatschbasen, säuerliche Schrullen, weggetretene Gutmenschen, verhärmte Anpasserinnen, Fetzen fliegen lassende Vollweiber, herzlose Karrieristinnen oder silikonbewehrte Stripperinnen sind. Und Männer?

Sind Schweine. Von Ausnahmen abgesehen, denen frau aber besser auch nicht traut. Und dann sollte als Message noch mitschwingen, dass Frauen, dem Augenschein zum Trotz, nicht altern, besonders Hannelore Elsner nicht.

Was Cornelia Filter und Neithardt Riedel da als Buch abgeliefert haben und was Karola Hattop (Regie) in Bilder übersetzt hat, ist eine Parade von Klischees, die auch noch mit offenbarer Mühsal verknüpft worden sind. Bloß nichts auslassen! Haben wir eigentlich schon die leichtgläubige Frau, die jedes blöde Gerücht schluckt? Nein? Muss unbedingt Hannas bester Freundin als Eigenschaft angehängt werden, denn schließlich, Frauen sind so. Dass der Film Partei für die selbstständige Frau ergreift, also die Emanzipation gegen Schrullen und Schweine verteidigt, macht die Sache nicht besser. Denn auch im Kontext von Frauenpower und Geschlechterfehde haben sich inzwischen haufenweise Klischees angesammelt. Dass ein Exmann seiner Geschiedenen Avancen macht, kommt vor. Aber dass er sich mit ihr im Café trifft, um sie Zeugin einer Schnäbelei mit der berüchtigten Jüngeren werden zu lassen - das macht aus dem Ex die Karikatur, die diesem Film die Überzeugungskaft raubt. Übrigens: Altern geht voll in Ordnung. Es ist ein Naturprozess.