Seit den späten fünfziger Jahren bin ich, mit wenigen Jahren Unterbrechung, Abonnent der ZEIT, woraus ersichtlich wird, dass ich mich mit einigem Recht als alten ZEIT-Leser bezeichnen darf. War ich nämlich anfangs Student, so bin ich inzwischen Pensionär mit nach landläufiger Meinung noch mehr Zeit, als sie ein Lehrer, der ich zwischenzeitlich war, zum lustvollen Gebrauche hat.

Benutze ich aber diese kostbare Zeit - es ist immerhin die meines sich langsam zu Ende neigenden Lebens - zum Lesen der ZEIT, so habe ich keine Zeit mehr für die anderen mir wichtigen Dinge des - wie gesagt begrenzten - Lebens.

Also reduzierte ich im Laufe der Jahre meine Lektüre auf das ZEITmagazin und dann notgedrungen auf das "Leben". Auch daraus lese ich beileibe nicht alles, sondern nur das, was - wenn schon nicht die Welt, doch dann wenigstens meine Zeit verbessert. Also nach "Überfliegen" der Titel und der Titelseite - dafür nehme ich mir doch noch Zeit - wende ich mich zwanghaft Helmut Pflegers geistvoller Schachecke, dann Ecksteins Um die Ecke gedacht und schließlich Tratschkes Wer war's? zu. Damit erachte ich meine Wochenfreizeit als sinnvoll ausgefüllt.

Meine Bitte also: Werten Sie den "Unterhaltungsteil" im Sinne von "Bedürfnis von Menschen" eher auf, als dass Sie ihn weiter reduzieren oder gar abschaffen.

Volkfried Dittler Bremen

Meine Tochter hat Ihre Zeitung abonniert, sodass ich regelmäßig die ZEIT, vor allem die Beilage "Leben" lese. Seit einigen Nummern muss ich leider eine Veränderung des zum Nachdenken und zum Entspannen anregenden Teils feststellen. Während früher die Beiträge Tratschke, Schach, Um die Ecke gedacht, Logelei, Scrabble und Inselrätsel schön übersichtlich auf zwei Seiten verteilt waren, ist dies alles jetzt auf einer Seite zusammengepfercht. Wenn meine Tochter und ich eine der Aufgaben lösen wollen, gibt es jetzt immer einen Wortwechsel, wer zunächst sich seinem Lieblingsgebiet zuwenden darf. Während ich früher "mein" Schachbrett auf den ersten Blick links oben sah, ist es jetzt in die rechte untere Ecke abgeschoben worden.

Ich befürchte aber, dass das Zusammenpressen dieses Unterhaltungsteils auf eine einzige Seite nur der Anfang einer Strategie ist. Bereits jetzt ist zu beobachten, dass sich die Verfasser der Beiträge kürzer fassen. Der nächste Schritt ist es dann, dass diese Rubriken nur im zweiwöchigen Rhythmus erscheinen werden. Im dritten Schritt werden dann einige völlig ausfallen.