Rund um Plauen ist die Zukunft schon Gegenwart. Dort, kurz vor der tschechischen Grenze, zeigt die Sparkasse Vogtland, wie verständlich und einfach Online-Banking sein kann. Ganz gleich, ob der Kunde über das Internet die Rechnung seiner Autowerkstatt begleichen will, ob er einen Privatkredit für den neuen VW Golf braucht oder ins Aktiengeschäft einsteigen möchte: Auf den Internet-Seiten der Sparkasse finden sich auch Menschen zurecht, die bislang wenig Erfahrung mit dem Netz haben.

An dieser Aufgabe sind die meisten anderen Banken und Sparkassen gescheitert, weiß Philip Tauschek vom Institut für Bankinformatik der Universität Regensburg. Mehr als 1000 Geldhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat er getestet und eine Rangliste ihrer Internet-Auftritte erstellt. Rund 800 davon müssten sich eigentlich den letzten Platz teilen, meint Tauschek. Denn ihre Netzpräsenz sei durchgängig unübersichtlich bis verwirrend.

Die Sparkasse Vogtland dagegen ist ein Beweis dafür, dass man auch mit geringem Aufwand ein paar ordentliche Web-Seiten basteln kann. Sie liegt, was Bedienerfreundlichkeit, Technologie und Design anbetrifft, auf Platz sechs; lediglich zwei Direktbanken, die Dresdner und die Deutsche Bank 24 sowie die Schweizerische UBS haben noch besser abgeschnitten. Auch viele Großbanken, die weit mehr in ihren Internet-Auftritt investiert haben als die kleine Sparkasse, könnten sich an den Vogtländern ein Beispiel nehmen. Denn Bedienerfreundlichkeit, sagt Tauschek, sei sogar für viele große Institute ein Fremdwort.

Die HypoVereinsbank etwa konnte bei dem Ranking keine Meriten ernten: Platz 72, mehr war für die Münchner nicht drin. Immerhin, beim Neustart ihrer Web-Seiten im Frühjahr will die Großbank vieles besser machen. Bislang hat jeder achte Kunde der HypoVereinsbank einen Zugang zum Online-Banking. Bei den Vogtländern besucht bereits jeder fünfte seine Sparkasse gelegentlich über das Internet. Und das, obwohl die Menschen auf dem Land meist weniger Bezug zu den neuen Technologien haben als in der Großstadt.

Die Verbandsoberen sind nicht begeistert

Gerade im ländlichen Raum müssen Online-Bankgeschäfte einfach zu handhaben sein, erklärt Sparkassen-Mitarbeiterin Ivonn Lerchner. "Schließlich haben wir hier eine etwas ältere und konservativere Kundschaft." Und diese interessiere sich eben nur für technische Neuerungen, wenn sie nicht allzu kompliziert sind.

Der erfolgreiche Auftritt ihrer Sparkasse kommt nicht nur den Plauenern zugute. Er wird etlichen Geldinstituten zu neuen und preiswerten Internet-Seiten verhelfen und somit deren Kunden den Weg ins Netz ebnen. Denn www.sparkasse-vogtland.de war ein Pilotprojekt des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV), von dem auch die übrigen Mitglieder profitieren.