Kafka liebte Berlin, und im letzten Jahr seines Lebens schaffte er es schließlich, Prag zu verlassen. Er zog in die Stadt, die auf seiner inneren Landkarte Freiheit bedeutete, ein Gegenmittel zu Prag. In Steglitz lebte er mit seiner Freundin Dora Diamant, die Ende der vierziger Jahre in einem Interview diese Geschichte erzählte: Als wir in Berlin waren, ging Kafka oft in den Steglitzer Park. Ich begleitete ihn manchmal. Eines Tages trafen wir ein kleines Mädchen, das weinte und ganz verzweifelt zu sein schien. Wir sprachen mit dem Mädchen. Franz fragte es nach seinem Kummer, und wir erfuhren, dass es seine Puppe verloren hatte. Sofort erfindet er eine plausible Geschichte, um dieses Verschwinden zu erklären: >Deine Puppe macht nur gerade eine Reise, ich weiß es, sie hat mir einen Brief geschickt.< Das kleine Mädchen ist etwas misstrauisch: >Hast du ihn bei Dir?< - > Nein, ich habe ihn zuhause liegen lassen, aber ich werde ihn Dir morgen mitbringen.<