So wurde noch kein rot-grünes Kabinettsmitglied von den Medien begrüßt.

Von "Verbindungen zur Unterwelt" schrieb Bild am Sonntag

die neue Gesundheitsministerin Ulla Schmidt habe eine Karriere von der "Rotlicht-Bar in die Regierung" hinter sich. Bild lästerte tags darauf in zentimetergroßen Buchstaben: "Kann Schröders neue Ministerin nicht mit Geld umgehen?" Kaum ernannt, stand des Kanzlers neue Fachfrau für Gesundheit als Problemfall da.

Uralte Geschichten, sagt Schmidt: Tausendmal geschrieben, tausendmal gehört.

Nur wenig sei richtig an den hämischen Geschichten: Sie hat vor vielen Jahren tatsächlich in der Bar ihrer Schwester gejobbt, um ihr Studium zu finanzieren, und sie hat wegen einer Bürgschaft für einen guten Freund jahrelang Zahlungen geleistet. Anderes sei erfunden. So habe sie nie einen BMW besessen, den sie angeblich aus Geldnot verpfändet haben soll.

In den kommenden Tagen will sie zeigen, wie die Dinge sich aus ihrer Sicht zugetragen haben. "Es gibt nichts, was ich mir vorwerfen müsste", sagt sie.

"Entscheidend ist doch, dass ich in geordneten Verhältnissen lebe und gelebt habe." Doch, sagt sie dann leise, die Heftigkeit der Vorwürfe habe sie irritiert.