Den Tipp kann man immer wieder in Broschüren lesen, auch mit Bezug auf Zitronen- und Bananenschalen. Manche Zeitgenossen verbinden damit die Vorstellung, dass die Obstsorten, die bei uns nicht heimisch sind, unseren Mikroorganismen und Würmern nicht schmecken und daher in unseren Gefilden nicht verrotten.

Tatsache ist: Obst und Gemüse bestehen überall auf der Welt aus den gleichen Grundsubstanzen, und die Mikroben sind da nicht sehr wählerisch. Wir Menschen vertragen die exotischen Pflanzen ja auch. Sie brauchen zum Verrotten allenfalls ein bisschen länger. Auch die Säure der Zitrusfrüchte bringt das Kompost-Biotop nicht aus dem Gleichgewicht. Der einzige triftige Grund, diese Obstabfälle nicht auf den Komposthaufen zu werfen: Gerade die Früchte, deren Schale nicht zum Verzehr gedacht ist, sind oft stark mit Schädlingsbekämpfungsmitteln und Konservierungsstoffen behandelt worden. Ist das Obst unbehandelt oder stammt es aus biologischem Anbau, so ist gegen eine Kompostierung nichts einzuwenden. Christoph Drösser

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