die zeit: Kurz vor dem Davoser Treffen hat das Internationale Gremium für Klimaveränderung (IPCC) seine Warnung vor den Folgen der Erwärmung der Atmosphäre verschärft. Immerhin waren sich schon beim letztjährigen Weltwirtschaftsforum die Teilnehmer einig gewesen, der Treibhauseffekt sei das drängendste Problem der Menschheit. Werden wir jetzt Taten sehen?

Thilo Bode: In Davos trifft sich die gesamte industrielle Elite der Welt und natürlich auch die Automobilindustrie. Business as usual in der Autobranche würde binnen der nächsten Dekade eine Erhöhung des CO2-Ausstoßes um 30 bis 50 Prozent im Transportsektor bedeuten. Der Klimagipfel von Kyoto verlangt eine Reduzierung der Emissionen um 5 Prozent

das zeigt die Dringlichkeit eines Kurswechsels.

zeit: Haben das die Automanager begriffen?

Bode: Immerhin ist die Autoindustrie zu einem Dialog mit Greenpeace und der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) bereit, in dem wir Übereinstimmung erzielen und bestimmte Vorstellungen durchsetzen wollen.

zeit: Wo müssen sich die Konzerne ändern?

Bode: Man muss wegkommen von den schweren Benzinfressern hin zu einer Mobilität, die umweltverträglich ist, einschließlich einer Benzinpreiserhöhung.