Unter dem Codenamen Whistler testet Microsoft derzeit sein nächstes Betriebssystem für Endverbraucher. Whistler verspricht den Computernutzern eine "bisher ungeahnte Leichtigkeit der Bedienung" - aber auch einen neuen Kopierschutz, der Programme an einen bestimmten PC bindet. Besonders die Programmsuite Microsoft Office soll geschützt werden. Sie wird in vielen Haushalten mehrfach installiert, obwohl nur eine Laptop- und eine Desktop-Installation gestattet sind, die nicht gleichzeitig genutzt werden dürfen. Kaum war Whistler vorgestellt, kursierten die ersten Anleitungen zur Beseitigung des Kopierschutzes. Die Computer-Website Zdnet gab den Tipp, bei der Registrierung per Telefon anzugeben, man wolle sich bald einen neuen PC kaufen. Dann erhält man nämlich mehrere Seriennummern.

Der Schwarzwälder PC-Bauer Waibel möchte nicht installierte Betriebssysteme von Microsoft zweitverwerten. Allein in Deutschland gibt es laut Waibel 10 Millionen solcher ungenutzter Betriebssysteme, die auf anderen Rechnern eingesetzt werden könnten. So ein Microsoft-System bleibt zum Beispiel dann übrig, wenn ein Nutzer es mit seinem Rechner gekauft hat, aber dann Linux installiert und die beiliegende Windows-Software in der Verpackung lässt.

"Software ist ein Wirtschaftsgut wie ein Auto. Und der Gebrauchtwagenmarkt ist selbstverständlich". Waibel will ungenutzte Lizenzen für 20 bis 30 Mark aufkaufen. Microsoft hat der Firma vorerst die günstigen Händlerkonditionen gestrichen.

Wo das Benzin am günstigsten ist, möchte Pointer Patrol zeigen. Das von der finnischen Telefongesellschaft Sonera ersonnene System ist ein Beispiel für die location based services, die in den kommenden Mobilfunknetzen nach Meinung der Experten über 80 Prozent des Umsatzes ausmachen sollen, der nicht durch Telefonieren entsteht. Ist der Tank leer, wählt man am Wap-Handy Pointer Patrol an und bekommt die Adresse der nächsten Billigtankstelle aufs Display geschickt. Der Dienst funktioniert vorerst nur in Südfinnland und im finnischen Mobilfunknetz, in dem die Ortsangaben der Funkzellen ausgewertet werden können. Detlef Borchers (online@zeit.de)