"Hoch erhobenen Hauptes" also scheidet die bayerische Gesundheitsministerin aus dem Amt. Politische Verantwortung will Barbara Stamm nicht übernehmen, persönliche Fehler mag sie sich nicht vorwerfen.

Das klingt unbeugsam. Aber es ist nur eine trotzig-leere Pose. Zu gut ist die Beschwichtigungspolitik der Ministerin dokumentiert. Jahrelang hat sie für den Freistaat jegliche BSE-Gefahr ausgeschlossen und die europäischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Rinderseuche kritisiert. Sie drängte die Bundesregierung zur Klage gegen Brüssel, weil dort die Entfernung von BSE-Risikomaterial aus der Nahrungskette beschlossen worden war - und erklärte dann ihren entsetzten Parteifreunden auf der Klausurtagung in Kreuth, sie habe auf Anregung des Bauernverbandes gehandelt. Ein schönes Amtsverständnis! Das reichte eigentlich schon, den Abgang zu begründen, der jetzt mit dem Schweinemastskandal unvermeidlich wurde.

Und Edmund Stoiber? Er wirkt noch schmallippiger als sonst. Auch in Bayern hat die BSE-Krise nun das Kabinett erreicht. Gerhard Schröder lässt grüßen: Doch kein bayerischer Sonderweg. eis