Wasser ist Leben. Doch das Lebenselexier - ob Flüsse, Seen oder das Grundwasser - wird ausgerechnet von jenen besonders arg malträtiert, die Lebensmittel produzieren: von vielen Landwirten. Rund zwei Drittel der Stickstoffeinträge in Gewässer kommen aus der Agrarwirtschaft, haben die in dem Fachverband ATV-DVWK vereinigten Wasserfachleute festgestellt. Dank BSE wittern sie neuerdings Morgenluft.

Gerhard Schröder solle die geplante Agrarwende nutzen, um die Einschwemmungen aus der allzu großzügigen Nutzung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln "erheblich" zu reduzieren, appellieren die Wasserwirtschaftler an den Kanzler.

Der könnte jetzt die Gunst der Stunde dazu nutzen, um gleich auch noch ein wenig davon auf den Weg zu bringen, was ihn einst am meisten umtrieb: die Modernisierung der Ökonomie, zu der schließlich auch die Landwirtschaft gehört.

Würden nämlich Dünger und Pestizide mittels spezieller Injektionsgeräte direkt in den Boden eingearbeitet, könnte nicht nur der Stickstoffaustrag um 90 Prozent vermindert werden

weil die Hilfsstoffe dann effizienter genutzt werden, sparten die Bauern obendrein Geld.

Ökonomie und Ökologie - die Versöhnung könnte also doch noch klappen.