Eine Urheberrechtsabgabe auf neue Computer und CD-Brenner wie seit Jahresanfang in Deutschland von Verwertungsgesellschaften gefordert, wird es in Frankreich vorerst nicht geben. Zwar hatte Kulturministerin Catherine Tasca noch vorige Woche eigenmächtig eine solche angekündigt, um die für Musik- und Filmproduzenten durch Raubkopien entstandenen Verluste auszugleichen. Doch Wirtschafts- und Finanzminister Laurent Fabius blockte den Vorstoß umgehend erfolgreich ab. Der Grund: Nach der Initiative seiner Kollegin brach ein Sturm der Entrüstung los.

Fabius fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Denn seit Anfang dieser Woche müssen die Franzosen schon eine Abgabe auf unbespielte CDs und andere mobile Digitalspeicher zahlen. Diese entspricht der deutschen Urheberrechtsabgabe, liegt aber viel höher.

So erhebt Frankreich auf Audio-CDs 90 Pfennig pro Stunde Spieldauer, Deutschland dagegen nur 12 Pfennig. Für DVDs müssen unsere Nachbarn sogar 2,46 Mark pro Stunde Spieldauer berappen, während der Satz hierzulande bei 17 Pfennig liegt.