Vier Anlagen wurden in Pancevo zerstört: die Raffinerie, die Petrochemie, deren Abwasseranlage und die Düngemittelfabrik. Nach Untersuchungen der UN-Umweltorganisation Unep verbrannten allein in der Raffinerie 80 000 Tonnen Öl und Ölprodukte. Dabei wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) freigesetzt, von denen einige krebserregend und erbgutschädigend sind, vor allem das berüchtigte Benzo(a)pyren. Auch die Verbrennung des Schweröls und des Gummis aus der Düngemittelfabrik ließ Benzo(a)pyren in die Umwelt geraten. Die Ölbrände verbreiteten außerdem tonnenweise Blei, das nicht weniger giftig ist als das abgereicherte Uran. Die Zerstörung der petrochemischen Fabrik wiederum ließ 2100 Tonnen Ethylendichlorid (EDC) in den Boden und den Abwasserkanal fließen. Die ölige, leicht lösliche Flüssigkeit ist ein extrem wirksames Nerven- und Krebsgift. In deutschen Oberflächengewässern wurden maximal 13 Mikrogramm pro Liter gemessen (Grenzwert für Trinkwasser: ein Mikrogramm)

das Team der Unep stellte 5960 Mikrogramm pro Liter im Kanal von Pancevo fest. Der Kanal mündet in die Donau

flussabwärts maß das Team immer noch 65 Mikrogramm pro Liter. Hohe EDC-Konzentrationen fanden sich auch im Grundwasser

zum Teil rühren sie von Umweltsünden früherer Jahre her.

In der Fabrik fingen 460 Tonnen Vinylchlorid Feuer. Das Gas löst Leberkrebs aus. Irrig wäre allerdings die Annahme, die Verbrennung des Giftgases hätte das Problem in Grenzen gehalten - sie hat die Gefahren stattdessen erhöht.

Denn bei der Verbrennung entstanden weitere PAKs.

Mindestens so groß ist die Gesundheitsgefährdung durch die acht Tonnen Quecksilber, die aus der petrochemischen Fabrik in die Umwelt gelangten, davon etwa 200 Kilogramm in den Kanal. Die Unep stellte das Gift nicht nur an der Oberfläche des Kanalsediments fest, sondern auch in 80 Zentimeter Tiefe: Es muss also schon früher einmal zu einem Unglück mit Quecksilber gekommen sein. Die Zerstörung des Abwassersystems wiederum hat größere Mengen Benzol freigesetzt - ein Gift, das schon in winzigen Mengen Leukämie verursacht. Die Unep hat es im Grundwasser nachgewiesen