Wen die Leber ruft.

Zur Mahlzeit ertönt eine eigene innere Uhr. Und die ist auf den Fressrhythmus getrimmt, wie ein amerikanisch-japanisches Forscherteam herausfand (Science, Bd. 291, S. 490). Die Wissenschaftler setzten Ratten auf Diät. Nur vier Stunden am Tag fanden die Tiere Futter im Käfig. Zumindest die Leber der Tiere passte sich dem Nahrungsangebot an, was die Forscher am Hormonspiegel in dem Organ ablesen konnten. Der Lebertakt überrascht. Bislang dachten Wissenschaftler, eine zentrale, auf den Tag-Nacht-Rhythmus geeichte Uhr steuere bei Säugetieren alle anderen Körperfunktionen. Die neuen Erkenntnisse könnten auch Schichtarbeitern zugute kommen, die häufig über Magen-Darm-Beschwerden klagen: Ihnen könnten, so die Forscher, sorgfältig geplante Mahl-Zeiten helfen.

Wenn Gesang entzweit.

Takt für Takt singt der Grünlaubsänger amerikanischen Biologen vor, wie sich seine Spezies in zwei Unterarten aufspaltet. Heute zwitschern die Vögel rund um den Himalaya, aber das war nicht immer so: Ursprünglich lebten sie nur im Süden des Gebirges, erst allmählich umrundeten sie mit immer komplizierteren Gesangsvariationen das Gebirge gen Norden. Eine Ring-Art nennen Biologen den Vogel deshalb. Da die Sänger auf der westlichen Route anders komponierten als auf der östlichen, verstanden sie sich beim Wiedertreffen in Sibirien nicht mehr: Die Balzrufe verhallten ungehört. Wenn sie sich aber nicht mehr paaren können, gehören die Vögel nicht mehr zur selben Art.

Wo der Same bohrt.

Dringt ein Spermium in eine Eizelle ein, hinterlässt es auf der Zellwand eine Spur. Sichtbar wird sie erst, wenn die Zygote sich zum ersten Mal teilt: Die Kerbe zwischen den beiden Tochterzellen läuft in drei Viertel aller Fälle nahe am Schlupfloch des Samens vorbei. Die Zelle, die diesen Punkt dabei erbt, teilt sich anschließend schneller. So entscheidet der Eintrittsort des Spermiums, zu welchem Gewebe sich die Zellen später entwickeln. Auch im größeren Zellhaufen ist der Punkt noch zu definieren: Er bestimmt, wie die Achsen, die den Embryo in oben und unten oder rechts und links teilen, durch die Eizelle laufen. Und das ist auch am ausgewachsenen Menschen noch zu sehen.