Arbeitsminister Walter Riester wollte die Rente "zukunftsfest und armutssicher" machen. Ist ihm das gelungen?

Die Rente ist nicht sicher, aber etwas sicherer geworden. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden in Zukunft nicht so stark steigen wie ohne Reform, gleichzeitig fördert der Staat den Aufbau einer privaten Zusatzversicherung durch direkte Zuschüsse und Steuerrabatte. Beides zusammen verbessert die Chancen der heute Berufstätigen, neben der gesetzlichen Rente noch für das Alter vorzusorgen. Wie viele Menschen diese Chance nutzen werden, ist allerdings ungewiss, weil es keinen Zwang zur privaten Vorsorge gibt. Sicher ist nur: Die gesetzliche Rente allein wird noch weniger als bisher dafür ausreichen, den Lebensstandard zu sichern. Das gilt vor allem für diejenigen, die wegen Arbeitslosigkeit nicht lange genug in die Rentenkasse einzahlen können, und für Selbstständige, die nicht ausreichend vorsorgen. Sie könnten in Zukunft von Altersarmut betroffen sein.

Mit wie viel Geld können heutige und künftige Rentner in Zukunft wirklich rechnen?

Auch in Zukunft sollen die Rentensteigerungen von der Lohnentwicklung abhängen. Die Bundesregierung betont, dass ein Rentenniveau von 67 Prozent der Nettolöhne auch langfristig nicht unterschritten werden soll. Diese offizielle Zahl ist allerdings aus zwei Gründen irreführend: Erstens erreicht dieses Versorgungsniveau nur jemand, der 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat. In der Realität betragen viele Renten schon heute nur etwa die Hälfte des letzten Nettolohnes. Zweitens werden die Nettolöhne künftig anders berechnet als bisher. Ein fiktiver Beitrag für die private Altersvorsorge, der bis zum Jahr 2008 langsam steigt, wird dabei abgezogen - entsprechend geringer fällt die Versorgung aus. Ohne diesen Rechentrick würde das Rentenniveau bei etwa 64 Prozent liegen - das entspricht ungefähr dem Reformziel von Riesters Amtsvorgänger Norbert Blüm.

Die Bundesregierung will den Rentenbeitrag bis zum Jahr 2030 nicht über 22 Prozent der Bruttolöhne steigen lassen. Kann das Ziel mit den geplanten Maßnahmen wirklich erreicht werden?

Viele Experten bezweifeln das. Die Gewerkschaften haben in ihren Verhandlungen mit den Regierungsfraktionen ein etwas höheres Rentenniveau durchgesetzt, als zunächst geplant war. Dadurch steigt der Druck auf die Beiträge. Möglicherweise wird deshalb in einigen Jahren das Renteneintrittsalter erhöht - auch das entlastet die Rentenkasse.

Ist auch die heutige Rentnergeneration von der Reform betroffen?