Köckert: Guten Morgen Herr Müller.

Müller: Herr Köckert, werden Sie denn mit Schily zusammenarbeiten?

Köckert: Es muss natürlich das Programm erarbeitet werden. Mir wird plötzlich sehr viel darüber geredet. In der vorigen Woche haben die Innenminister der Länder zusammengesessen mit dem Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Dort ist von ihm angeregt worden, dass der Bund so etwas macht. Wenige Länder haben in dieser Richtung schon gearbeitet. Jetzt wird das schon verkündet, als hätte man dieses Programm bereits ausgearbeitet und könnte sofort damit loslegen. Ich verstehe: in Rheinland-Pfalz ist Wahlkampf; da muss man solche Nachrichten haben. Die Kollegen Zuber und Schily machen damit Schlagzeilen. Wir warten erst einmal ab, wie dieses Programm aussieht. Alles was hilft, die rechte Szene zurückzudrängen, wird natürlich von uns unterstützt.

Müller: Einige haben sich ja schon bereit erklärt, mit Schily auf diesen Weg zu gehen, unter anderem ja auch Bayern und das Saarland. Was wissen Sie denn noch nicht?

Köckert: Man will ein Programm entwickeln. Wie dieses Programm im einzelnen aussieht, da gibt es Anhaltspunkte. Wir können uns auch in Thüringen einiges vorstellen. Für uns ist wichtig, dass wir den Bund hier mit in der Hilfestellung haben, denn Thüringen ist ein kleines Land. Ein landesinternes Aussteigerprogramm hätte wenig Sinn. Wir sind also auf unsere Nachbarländer beziehungsweise auf den Bund mit angewiesen. Aber nun lassen wir doch dieses Programm erst einmal ausarbeiten, und dann werden wir weiter darüber reden. Wenige Länder haben schon etwas im anlaufen beziehungsweise praktizieren schon etwas. Die Erfahrungen, die dort gesammelt werden, sind für uns sicher interessant.

Müller: Das heißt Sie haben noch Zeit?

Köckert: Was heißt Zeit. Wir tun ja schon eine ganze Menge, gerade in Thüringen, im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Ein solches Aussteigerprogramm ist eine Ergänzung von jetzt schon laufenden Programmen, mit deren Hilfe wir versuchen, die rechtsextreme Szene zurückzudrängen. Zur Bekämpfung des Rechtsextremismus haben wir keine Zeit. Wir tun deshalb auch schon sehr viel dazu. Wenn ein solches Aussteigerprogramm noch ergänzend dazukommt, kann es sicher nicht schaden.