Schreyer: Guten Morgen Herr Lange

Lange: Frau Schreyer, wie groß bewerten Sie denn die Chancen, dass Ihr Kollege Fischler heute seine sieben Punkte im Ministerrat durchbringt?

Schreyer: Nun ja, es haben viele Mitgliedsstaaten bereits Kritik angemeldet. Es liegt allerdings auch nicht eine klare Alternative von Seiten der Mitgliedsstaaten vor. Ich gehe davon aus, dass es eine sehr lange Sitzung werden wird, und ob über einzelne Punkte Einigung erzielt werden kann, wird sich zeigen.

Lange: Haben Sie denn den Eindruck, dass sich die finanziellen Konsequenzen schon einigermaßen zuverlässig absehen lassen?

Schreyer: Nun, die finanziellen Konsequenzen sind ja insofern bereits abgesichert, als wir einen Nachtragshaushalt beschlossen haben - der Ministerrat hat ihn auch schon abgesegnet, das Parlament muss noch da drüber beraten -, in dem fast zwei Milliarden zur Verfügung gestellt werden, um mit der BSE-Krise fertig zu werden. Aber auch der 7-Punkte-Plan von Herrn Fischler beinhaltet nochmal Ausgaben für dieses und vor allen Dingen für das nächste Jahr - hauptsächlich zum Aufkauf von Rindfleisch, um es dann zu lagern. Allerdings ist das mit sehr, sehr erheblichen Kosten verbunden.

Lange: Im Mai wollen Sie ja den EU-Haushalt für 2002 aufstellen. Geht das denn überhaupt schon?

Schreyer: Nun ja, das ist die Verpflichtung, und selbstverständlich muss es gemacht werden. Also, der Haushalt besteht ja nicht nur aus BSE-Bekämpfungsmitteln. Und vor allem ist es natürlich notwendig im Mai, dann eine genaue Vorausschätzung zu haben der sonstigen Ausgaben im Agrarbereich, um auch zu sehen, ob das, was übrig bleibt für 2002, dann reicht für die Bekämpfung der BSE-Krise. Wenn das nicht der Fall sein sollte, wenn sich also abzeichnet, dass es mehr kostet, dann wäre es notwendig, Sparmaßnahmen für andere Bereiche der Agrarpolitik vorzulegen.