Im 20. Jahrhundert wurde die Welt laut Marinetti um die Schönheit der Geschwindigkeit bereichert. Zu Beginn des 3. Jahrtausends ist dabei eine gereizte Population mit Schlafdefizit herausgekommen. Die Holländerin Hella Jongerius sieht keinen Grund, weshalb die Arbeit am Computer nicht als horizontales Gewerbe praktiziert werden sollte - Software und Weich-Liegen müssen keine Feinde sein. Wer sich um die weitere Verwischung der ohnehin schon vagen Grenzen zwischen Job und Privatsphäre sorgt, sollte den Computer eher als "Unterhaltungsmedium, wie Radio oder Fernseher", begreifen. Umgekehrt erinnert sie daran, dass mitunter auch Entscheidungen von historischer Tragweite unter der Daunendecke ausgebrütet werden - "Churchill hat sehr viel im Bett gearbeitet", meint Jongerius.

Hella Jongerius, "Bed in Business"