Ka-ramba, Ka-racho" heißt die Aktion, mit der Ford-Händler in diesen Tagen Kundschaft auf ihren Hof locken. Zu gewinnen gibt es Sondermodelle des Kleinwagens Ka. Erzrivale Opel bietet derweil Besitzern älterer Corsa-Modelle eine Prämie, wenn sie die neue Version des Kleinwagens erwerben. Jede Verkaufshilfe kommt den beiden Traditionsfirmen recht.

Die Statistik bezeugt den Niedergang: Gerade noch 7,1 Prozent Marktanteil hatte Ford vergangenes Jahr in Deutschland - weniger denn je. Und nur noch 12,2 Prozent aller Autokäufer entschieden sich für einen Opel. 1995 sah die Welt noch anders aus. Opel war mit 17 Prozent Anteil dem Marktführer Volkswagen dicht auf den Fersen, Ford hielt mit gut 11 Prozent Platz drei. Hinter diesen drei Massenherstellern folgten mit deutlichem Abstand die Luxusmarken Mercedes-Benz, BMW und Audi. Mittlerweile hat VW seine beiden Erzrivalen um Längen abgehängt, Mercedes hat nach Stückzahlen zu Opel aufgeschlossen, BMW und Audi liegen gleichauf mit Ford.

Nicht ganz so krass, aber ebenfalls eindeutig lief das Rennen in Europa. Gewonnen haben der VW-Konzern, die französischen Hersteller sowie die Nobelmarken. Die Verlierer sind wieder dieselben: die beiden weltgrößten Autokonzerne Ford und General Motors (GM) mit Opel.

Noch im vorigen Jahr schien das Rennen ein für alle Mal entschieden. Europäisches Design und - insbesondere deutsche - Technik hatten über amerikanische Massenware obsiegt. Doch plötzlich ziehen die scheinbar geschlagenen "Ami-Töchter" wieder nach links - auf die Überholspur. Der neue Ford Mondeo schaffte soeben das Unmögliche. Im publikumswirksamen Vergleichstest von Auto-Bild verwies er den versammelten Stolz der deutschen PS-Branche auf die Plätze: den Passat von VW genauso wie den 3er-BMW, die neue Mercedes C-Klasse wie den brandheißen Audi A4. "Der Test zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt Bernhard Mattes, stellvertretender Vorstandschef der Ford Werke AG in Köln. Schließlich ist der neue Mondeo essenzieller Teil der auf fünf Jahre angelegten "Transformationsstrategie", in deren Verlauf 45 neue Modelle und Varianten die Marke wieder nach vorne bringen sollen.

Positive Signale kommen auch aus Rüsselsheim: Die als langweilig verschriene Marke Opel startet ins Jahr 2001 mit einem neuen Coupé, einem Cabrio und dem flott gestylten Sportwagen Speedster, um das Image zu liften. Doch die Opel-Strategen haben Größeres vor. Sie wollen aus ihrem Minivan Zafira, der mit bis zu sieben Sitzen zum Publikumsrenner geworden ist, ein durchgängiges Prinzip ableiten: In jeder Fahrzeugklasse soll ein Modell mit ähnlich revolutionärem Raumkonzept und attraktivem Design die Konkurrenz alt aussehen lassen. 8,5 Milliarden Mark hat die Mutter General Motors für die Runderneuerung von Opel genehmigt. "Wir wollen wieder mehr Leidenschaft in die Marke bringen und sie mit Funktionalität verbinden", sagt Alain Uyttenhoven, der von Mercedes kam und dessen neu geschaffene Position des Opel-Markenvorstands zeigt: Die Chefs in Detroit haben den Slogan "Wir haben verstanden" verinnerlicht, der kürzlich aus der Werbung gestrichen wurde.

Der Deutsche Mattes (43) und der Belgier Uyttenhoven (39) stehen in beiden Firmen für die junge Managergeneration, die in der Krise ihre Herausforderung sieht. Und die Chancen auf eine Trendwende stehen gut. "Beide Marken haben wohl das Schlimmste hinter sich", sagt Ulrich Winzen, Senior Consultant beim Essener Beratungsunternehmen Marketing Systems.

Die Chefs im fernen Amerika wussten alles besser