Vor vier Monaten haben Sie sich das erste Mal getroffen. Herr Rozanski und Herr Ibrahim, was ist seither geschehen?

Rozanski Einen Tag nach unserem Gespräch ist sofort wieder etwas Schreckliches passiert.

Ibrahim Die Ermordung von zwei israelischen Soldaten in Ramallah.

Rozanski Und einige Israelis hier waren vermutlich nicht einverstanden mit unserem "Friedensgespräch". Viele haben Vorurteile gegenüber Palästinensern. Ich habe dagegen von zu Hause nie eingebläut bekommen, dass man sich mit Arabern nicht unterhalten und einigen kann.

Ibrahim Was haben deine Eltern zu unserem Gespräch gesagt?

Rozanski Vor dem Gespräch fragten sie mich: Willst du das wirklich machen? Auch ich war mir unsicher. Danach hat meine Mutter, sie ist Vorsitzende der Vereinigung "Israelis in Berlin", stolz jedem den Artikel gezeigt. Das passiert nicht so oft, dass sich ein Israeli und ein Palästinenser an einen Tisch setzen. Das wäre bei der momentanen politischen Lage in Israel-Palästina nicht möglich. Und auch hier findet es fast nie statt.

Ibrahim Ich war sofort dafür, dass wir uns noch mal treffen. Für uns beide ist es einfacher, da wir hier weit weg von den direkten Auseinandersetzungen sind. Wenn ich in Palästina-Israel leben und mit Steinen auf Soldaten oder Panzer werfen würde, dann säßen wir jetzt nicht an einem Tisch.