"BSE Krise sorgt für Krach in der EU" schreibt heute die "Frankfurter Rundschau" auf Seite Eins. Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Welt" beschäftigen sich mit dem gleichen Thema. Naja fast, die "Welt" lobhudelt sich heute mal selber (nicht wirklich was neues) und läßt den Leser wissen, dass die "Society for News Design" das Blatt als "World`s Best Designed Newspaper" erklärt hat. Diesen Preis wird die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" so schnell nicht bekommen, und die Titelzeilen bleiben weiter streng: "Schröder für deutsche Beteiligung am amerikanischen Raketenabwehrsystem" steht da heute. Das "Handelsblatt" klärt den geneigtem Leser heute auf, dass es einen Machtkampf in der Motorsportserie Formel Eins gibt, der mittlerweile nicht nur zwischen Rennsport-Zampano Bernie Ecclestone und Leo Kirch ausgetragen wird, sondern auch in zunehmendem Maße mit allen beteiligten Automobilherstellern. Sehr komisch heute die "tageszeitung". Zum politischen Aschermittwoch in Bayern prangt auf der gesamten Titelseite ein Bild von Franz-Josef Strauß untertitelt mit den Worten: "Er ist wieder da."

Wieviele Tiere sind gut?

Eigentlich haben wir ja noch Glück gehabt. Die Maul- und Klauenseuche ist nicht, bzw. nur in seltenen Fällen auf Menschen übertragbar. Kaum auszudenken, was los wäre, wenn die Situation ähnlich ungewiss, wie bei BSE wäre. Dennoch ist die Situation keine leichte und in Brüssel, dort wo Jahrzehnte lang eine Agrarlobby jedwede Veränderung blockierte, macht sich EU-Kommissar Fischler revolutionäre Gedanken. Nur noch 90 Bullen sollen pro Bullenmäster subventioniert werden. Dies würde das Ende für Mastbetriebe bedeuten, die teilweise Tausende von Tieren aufziehen. Ein Schritt, vor dem sogar die Landwirtschaftsministerin Künast zurückschreckt. Manfred Kriener schreibt heute in einem Kommentar der "tageszeitung": "Trotzdem will Künast diese Betriebe offenbar retten. Ihr Staatssekretär Berninger behauptet frech, die Größe eines Betriebes sei ökologisch nicht relevant. Der simple Blick in jede industrielle Rindermast widerlegt ihn. Bei 11.000 Bullen bleibt dem Personal keine Zeit für das einzelne Tier. Die Betreuung ist komplett technisiert, das Tier verdinglicht. Die Seuchenanfälligkeit wächst." Die "Süddeutsche Zeitung" vergleicht die Positionen der beiden Agrarreformer Fischler und Künast: " Die einen, wie Fischler, wollen mit alten Instrumenten die aktuelle Krise auf dem Rindfleischmarkt bekämpfen und sehen dazu kurzfristig keine Alternative. Die anderen, wie Künast, wollen bereits mitten in der Krise mit dem Umbau des ganzen Agrarsystems beginnen. Wer hat Recht?" Eine schwierige Frage, denn wie kann man als Verbraucher noch entscheiden, welche Handlung denn die Richtige sein soll. Der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gehen die diversen Tier-Krisen so langsam an die Nerven und so stellt heute der Kommentar folgendes fest:" Die Bilder umstandloser Entsorgung von Tierkadavern in massengräbern, qualmender Scheiterhaufen und gespenstisch verkleideter Keultrupps verfolgen nicht nur Kinder in den Schlaf. Auch bei erwachsenen Normalverbrauchern regt sich das Gewissen. Wer sich einen Rest von Achtung vor der Schöpfung bewahrt hat, kann das Frevelhafte dieses Geschehens nicht übersehen. Wenn Agrarwirtschaft in immer kürzeren Abständen solche Bilder erzeugt, dann wollen wir eine andere."

Außenpolitik

Was erfahren wir eigentlich von der Außenpolitik? Diplomatie ist schon immer auch Geheimpolitik gewesen, mal zu Recht, weil sich Konflikte besser ohne Öffentlichkeit lösen ließen, mal zu Unrecht, weil wahre Begebenheiten verschleiert werden. Letzteres gilt besonders für den Kriegsfall, aber da gelten auch in Zeiten der totalen Medienüberflutung andere Gesetze. Interessanterweise haben heute die "Süddeutsche Zeitung" und die "Frankfurter Rundschau" zwei unabhängige Kommentare, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Richard Meng mokiert sich in der "Frankfurter Rundschau" über die momentane deutsche Außenpolitik am Beispiel der jüngsten Vorfälle im Irak und der deutschen Reaktion. " Auch so kann ein Rückzug aussehen, der Rückzug ins Diplomatische mit seinem profilschwachen, aber allzeit professionellen Realismus. (...) Also lassen sie sich ganz gern darauf ein, dass im Politiker-Jet-Set der multipolaren Welt vieles wieder ganz auf die direkte, persönliche Beziehung der Allerobersten reduziert werden kann. Das ist bildgerecht, wenn auch in Wahrheit antipolitisch, weil es die Inszenierung zum Hauptinhalt macht." Politik als Show ist aber nun wirklich nichts neues, denn die Akteure auf der internationalen Bühne müssen auch irgendwann nach Hause, um die Ergebnisse ihrer Bemühungen zu präsentieren. Wie der neue US-Außenminister Colin Powell, dessen Position von Stefan Kornelius in der "Süddeutschen Zeitung" analysiert wird. " Am meisten aber behindert Powell die Zwangsjacke, die ihm das außenpolitische Team in Washington umgebunden hat, noch bevor er den ersten Schritt außerhalb des Landes tun konnte. Balkan: Wir ziehen ab, tönte die Sicherheitsberaterin im Wahlkampf. Irak: Wir ziehen die Daumenschrauben an, versprach der Präsident. Raketenabwehr: Wir bauen ohne Rücksicht, kündigte der Verteidigungsminister an." Doch dies alles schwächte der Minister auf seiner Mammutreise durch die arabischen Länder und Europa ab, denn "(...) Powell scheint die Gefahr einer amerikanischen Selbst-Isolation zu wittern - und er steuert gegen. Über den Erfolg dieser Strategie wird nun nicht bei den Verbündeten oder im Nahen Osten entschieden, sondern im Oval Office in Washington. George W. Bush hat im Kabinett nicht wenige Falken versammelt, die bereits jetzt Anekdoten über die Powellsche Weichheit und Entscheidungsschwäche verbreiten." Kornelius kommt zu dem Schluss " Der größte außenpolitische Aufklärungsbedarf besteht in Washington selbst." Außenminister haben es nicht leicht. Weder hier noch in den USA.

Geklonte Hunde

Nein, keine Angst, noch ist es nicht soweit, daß man Hunde klonen kann. Aber man will. Zumindest eine tschechische Firma will. Die bietet Hundebesitzern an (und nur Hundebesitzern), eine kleine Gewebeprobe ihres Vierbeiners zu dessen Lebzeiten entnehmen zu lassen. Das berichtet zumindest heute die "Süddeutsche Zeitung" im Panorama. Die Klon-Pioniere haben sich abgesichert "Die Gen-Bank selbst befinde sich allerdings an einem geheimen Ort, der sogar 'vor Flugzeugabsturz und Atomschlag sicher' sein soll, heißt es wichtig und geheimnistuerisch" schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Das ist natürlich beruhigend für die Besitzer, aber wer interessiert sich wohl ernsthaft nach einem Atomschlag für das Klonen von Hunden? Doch auch andere Dinge beschäftigen die Geschäftemacher. "Wie das Unternehmen zusichert, wird der Umgang mit dem genetischen Material der Tiere vertraglich geregelt, sogar für den Fall, dass Herrchen stirbt, bevor der Hund geklont werden kann." Das ist beruhigend, denn was sollte man auch mit hunderten Ausgaben eines einzigartigen "Hasso", wenn Herrchen ungeklont verblichen ist.