Sein Name war Comte Balthazar Klossowski de Rola, und die Geschichte und Attitüden dieses Herrn, der auch zum Personal einer der leicht verschatteten Novellen des Eduard von Keyserling hätte gehören können, setzen sich in Konkurrenz zu seinen Bildern, die gern geheimnisvoll genannt werden. Der Sohn einer polnischen Adelsfamilie wurde 1908 in Paris geboren, seine Mutter war eine Freundin Rilkes, den das Zeichentalent des Knaben entzückte, Bonnard, Derain und Vuillard waren auch dabei. Er begeisterte sich für Poussin, Piero della Francesca und, jetzt wird es interessant, für den Struwwelpeter des Heinrich Hoffmann. In seinen besten Bildern, die den rasch und andauernd umschwärmten Maler junger Mädchenblüte in die Nähe der deutschen Romantik und von Lewis Carroll rücken, ist es gerade die kleine Portion bittrer Hoffmannstropfen, die den Maler davor schützten, über knospenden Kindermädchenbrüsten die Contenance und den feinen Verstand zu verlieren.

Eine Hand voll Bilder hat ihn weltberühmt gemacht, er selber zog sich als junger Mann in die 30 Zimmer des Grand Chalet, eines Hotels in den Schweizer Alpen, zurück. Zehn Tage vor seinem 93. Geburtstag ist der Comte, der dem noblen Leben in seinen Bildern einen kleinen Stachel abzugewinnen wusste, dort gestorben.