Die Zockerin feffi2000 und der Bäsi freuen sich schon. Sie haben sich im Internet-Auktionsraum der Lufthansa registrieren lassen. Zum Aufruf kommen wie an jedem ersten Donnerstag eines Monats 50 Lose: jeweils zwei Flugtickets zu verschiedenen Zielen, in der Regel Economy-Class-Plätze, manchmal auch Angebote von L'Tur, Hyatt Hotels oder Sixt. Verglichen mit dem virtuellen Auktionsraum ist ein Wühltisch beschaulich: 4000 Menschen wollen mitsteigern.

Bei 10 Mark geht es los. In 10-, 20- oder 50-Mark-Schritten steigern sich die Bieter und - Zuschlag. Für 420 Mark bekommt die Zockerin zwei Tickets nach Athen.

Vor drei Jahren versteigerte die Lufthansa in Zusammenarbeit mit dem Internet-Auktionshaus ricardo.de im Netz ihre ersten Flugtickets. Unter dem Ansturm der Bieter brach der Server vorübergehend zusammen. Die Versteigerungen seien ein ideales Instrument, um für den Web-Auftritt der Lufthansa namens InfoFlyway zu werben, sagt Amelie Lorenz, Sprecherin der Lufthansa eCommerce. Das Kalkül: Wer sich darin auskennt, bucht früher oder später jeden Flug online. Bis 2005 soll jedes vierte Ticket über das Internet verkauft werden. Geschätzte Senkung der Vertriebskosten: 100 Millionen Euro.

Inzwischen ist aus dem Marketing-Instrument auch eine einfache Restplätze-Verwertung für Linienflüge zu schlecht gebuchten Zeiten geworden.

Seit Oktober kommen daher zusätzlich zu den monatlichen Auktionen täglich von Sonntag bis Donnerstag von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr sechs weitere Ticketpaare unter den Hammer.

Heißt es nicht mitunter, Internet-Auktionen seien zwielichtige Geschäfte?

Helga Zander-Hayat, Juristin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sagt: Es gibt Beschwerden. Da erhält jemand den Zuschlag und die Rechnung, aber keine Ware. So wie der Bieter, der eine Traumreise für zwei nach Florida ersteigerte - Flüge, Hotel, fünftägige Kreuzfahrt inklusive - für 2410 Mark. Nachdem er gezahlt hatte, hörte er nichts mehr von dem Reisebüro auf Teneriffa.