Das große Brandopfer, bleibt es uns am Ende doch erspart? Käme es so, die praktische Fantasie des unermüdlichen Nothelfers Rupert Neudeck hätte über den Chor der Agrar- und Entwicklungshilfeexperten gesiegt, der vielstimmig barmt: Es gibt zum Verbrennen der vierhunderttausend Rinder keine Alternative.

Natürlich gibt es die, erwidert Neudeck, schaut doch nur auf das darbende Nordkorea. Tatsächlich führte die "Marktbereinigung" hier keineswegs zu der von Entwicklungshelfern befürchteten Marktbeseitigung dort. Denn einen Markt kennt die stalinistische Diktatur nicht. Und plötzlich denken viele ganz praktisch: Das Fleisch von zweihunderttausend Rindern, das sind 120 Millionen Dosen Fleisch zu 500 Gramm

die passen auf zwei Containerschiffe, in sechs Monaten könnte die Hilfe im Hungerland sein.

Ein Teil des Büchsenfleisches würde, gewiss doch, auch bei Verteilung durch internationale Hilfsorganisationen in den Gulaschkanonen des Militärs landen.

Aber wer einmal gesehen hat, wie die Nordkoreaner "Ersatznahrung" aus getrockneten Gräsern, Reishülsen und Maisstroh aßen, wird dies, zähneknirschend, in Kauf nehmen. Man muss jedenfalls sehr satt sein, um sich vorstellen zu können, vierhunderttausend Rinder stattdessen einfach durch den Schornstein zu jagen. M.N.