Im Februar glitzern und funkeln Eiskristalle und Diamanten im mondänen Sankt Moritz um die Wette: 1976 arrangierte Sotheby's dort die erste Schmuck- und Juwelenauktion. Christie's zog nach, und so sind die Luxushotels Kulm und Palace seit rund einem Vierteljahrhundert die elegante Bühne für den Erwerb von Hochkarätigem. Das 1974 in Genf gegründete Auktionshaus Antiquorum sah für seine konkurrierenden Aktivitäten da am Ort keine Lücke mehr und setzt Broschen, Colliers, Ohrclips, seltene und exotische Edelsteine sowie Uhren seit vier Jahren in New York ab.

Der Markt der kostbaren Steine ist nicht ganz so hart und beständig wie die Dichte der zu tragbaren Kunstwerken verarbeiteten Mineralien, aber doch eine sehr verlässliche Säule des Geschäfts. Von 1990 bis 1999 schwankte der Umsatz von Schmuck und Juwelen bei Christie's zwischen acht und 18 Prozent. Bei rund 1000 Auktionen im Jahr und rund 80 Kunst- und Sammelgebieten verzeichnete das Haus Umsatz von 1,5 Milliarden Pfund im Jahr 2000.

Sotheby's beziffert den Anteil der Glitzer- und Klunkerware am Gesamtumsatz auf sechs Prozent, das ist mehr, als das Haus mit Alten Meistern verdienen kann. Der bisher teuerste und größte, birnenförmig geschliffene Diamant mit 100,1 Karat und dem Titel Star of the Season brachte stolze 16,55 Millionen Mark.

Besonders gefragt sind Schmuckstücke dann, wenn sie einmal einen zarten Hals oder das Revers von Prominenten geschmückt haben: Lady Dianas "letztes" Collier, nach eigenen Entwürfen aus Diamanten und Perlen gefertigt, ist für 1,1 Millionen Mark seit 1999 Eigentum eines Geschäftsmannes in Houston.

Sicher ein charmanteres Souvenir als die Speicherware von Schloss Althorp, die ihr Bruder Earl Spencer im Juni auf den Markt wirft.

Sonne des Mai heißt die Kreation von Van Cleef & Arpels für die Frau des ehemaligen argentinischen Präsidenten Perón, Evita. Die Brosche, in Form der wehenden Nationalflagge mit Saphiren und verschiedenfarbigen Diamanten in Gold und Platin gefasst, wurde 1998 zu einem Schätzpreis zwischen 45 000 und 220 000 Mark angesetzt. Mehr als vier Millionen Dollar erzielte im Jahr 2000 bei Christie's ein birnenförmig geschliffener Diamant von mehr als 60 Karat - bei dem Gewicht auch ganz ohne sentimentale Provenienzzugabe begehrt.

Wenn nun am 21. und 22. Februar (Sotheby's) und 23. und 24. Februar (Christie's), am 7. März (Wiener Kunst Auktionen, Wien) und dann am 25. und 26. April (Antiquorum, New York) wieder Diamanten, Saphire, Rubine, Smaragde und Perlen unter den Hammer kommen, sind zwar solche Hochkaräter nicht dabei, aber doch vieles, was Audrey Hepburn im Filmklassiker Frühstück bei Tiffany's oder die Diamonds Are A Girl's Best Friend schmeichelnd schmetternde Marilyn Monroe rollengemäß entzückt hätte: beispielsweise ein wellenförmiges Diamantarmband von Harry Winston mit einem Schätzwert von 160 000 bis 220 000 Schweizer Franken (Sotheby's) oder eine Brosche von Alphonse Fouquet aus dem Jahr 1878, inspiriert von dem Jugendstilmaler Mucha in Form eines Ankers mit daran geschmiegtem Delfin aus verschiedenfarbigen Diamanten (bis zu 40 000 Schweizer Franken).