In der Diskussion um die klimaschonende Energiegewinnung aus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) spricht die Wirtschaft nicht mit einer Stimme.

Zwar versucht der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) öffentlich den Eindruck zu erwecken, die von der Bundesregierung geplante Quotenregelung zugunsten von KWK-Strom werde einhellig für "überflüssig" gehalten.

Tatsächlich aber vertritt mindestens einer der großen BDI-Mitgliedsverbände eine abweichende Ansicht. Der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Eberhard Reuther, ermunterte Gerhard Schröder schon im Herbst vergangenen Jahres schriftlich, der Ankündigung eines KWK-Ausbaugesetzes endlich Taten folgen zu lassen. Die darin vorgesehene Quotenregelung "sehen wir als Element einer zielführenden CO2-Minderungsstrategie", steht in Reuthers Brief an den Kanzler. Mit gut 900 000 Beschäftigten und rund 280 Milliarden Mark Jahresumsatz gehört der Maschinenbau zu den wichtigsten Sektoren der deutschen Wirtschaft. Kommt das Gesetz nicht, sieht der VDMA mehr als 10 000 Arbeitsplätze gefährdet. Dass in BDI-Stellung die Interessen der Maschinenbauer derart vernachlässigt werden, verwundert: BDI-Präsident Michael Rogowski ist Aufsichtsratschef des Anlagenherstellers Voith. Und VDMA-Präsident Reuther ist beim BDI einer seiner Vize.