Wenn Männer weinen, ist Herzklopfen angesagt. Ich hätte gewarnt sein sollen, als mir der junge Typ mit seiner Schaufel vor dem Haus entgegenkam und schluchzte, irgendwas von Isnichmeineschuld und Allesscheißehier. Dann sah ich das Loch. Rechte Wohnzimmerwand, aus der Mauer gebrochen: 2,40 Meter auf 1,20. Nordseite. Knalloffen, einfach so, zu meinem kleinen Garten hin.

Und am nächsten Morgen wollte ich in Sommerurlaub fahren.

Vierzehn Tage Zeit für die Hamburger Unterwelt in jenem Juli, um alle meine Habseligkeiten - kleines blaues Sofa, Onkel Christians alten Schreibtisch, das Piratenhochbett der Kinder und andere Kleinigkeiten - abzutransportieren!

Freie Heraustragung.

Wenn etwas gründlich schief zu gehen beginnt, sich unsere mühsam gebändigte kleine Lebensordnung in die Schräglage neigt und alles ins Rutschen kommt, wäre theoretisch immer noch Zeit, mit dem Fuß an der richtigen Stelle aufzustampfen und Stopp! zu rufen. Und alles bliebe an seinem Platz und wäre wieder gut. Mit solchen Überlegungen kann man sich Nächte um die Ohren schlagen

in der gemarterten Gehirnmasse nach den Momenten fischen, in denen noch alles zu verhindern gewesen wäre, die ganze Qual der letzten drei Jahre.

Alle Entsetzlichkeiten, in die sich mein Wunsch verwandelte, an mein Reihenhaus einen Wintergarten anzubauen. Wäre irgendetwas zu verhindern gewesen?