Marcus Werres: Nachtszenen Wie es früher in Chinas Städten aussah?

Darüber gibt es feste Vorstellungen in unseren Köpfen. Mit Garküchen, Barbieren und Teehändlern, vielleicht noch einem Grillenzüchter - und natürlich der Kundschaft aller Generationen. In Chinas Megacities von heute ist kein Raum für Charme geblieben. Jetzt, wo der Bau-Boom sich noch einmal gesteigert hat, wird rabiat planiert, um Platz zu schaffen für Wohnungen, für Prestigeobjekte aller Art, für eine imposante Skyline. Wie etwa die von Shanghai, wo der Fernsehturm, ein metallic-rosafarbenes Raumschiff, mit Asiens höchstem Wolkenkratzer Jinmao wetteifert. Die neuen Viertel in Chinas Großstädten sehen jenen in Caracas, Houston oder Los Angeles zum Verwechseln ähnlich. Sind sie zu verwechseln? Da kommen Marcus Werres' Aufnahmen von Hongkong (oben), Peking und Shanghai im rechten Moment. Der Essener Fotograf hat ein Auge für die Unebenheiten einer Stadt, für den städtebaulichen Wandel, für den Kontrast von zeitgenössischer Architektur und übrig gebliebenen Altstadtkulissen. In seinen Nachtaufnahmen entfalten High-Tech-Komplexe und menschenleere Großbaustellen, Straßenschluchten und Brachlandschaften magische Wirkung. Das soll China sein? Kein Zweifel: Das ist China, 2001.

Kulturforum Alte Post Neuss, Neustraße 28, 41456 Neuss, bis 23. März. Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei. Tel. 02131/90 41 22