Das Problem war folgendes: Zur Berlinale, die vergangenen Sonntag zu Ende ging, waren 3000 Journalisten aus 60 Ländern angereist, um 33 Wettbewerbsfilme zu besichtigen (dazu das bunte Rahmenprogramm aus knapp 300 alten und neuen Filmen). Den 3000 Journalisten standen vier echte Hollywoodstars gegenüber: Anthony Hopkins, Kate Winslet, Kirk Douglas, Sean Connery. Auf jeden Hollywoodstar kamen also 750 Journalisten.

Über die Qualität der gezeigten Filme wurde viel gemurrt. Dabei übersahen viele Kinokritiker die beeindruckendste Regieleistung des gesamten Festivals.

Es bestand darin, die 3000 Journalisten mit diesen vier Stars zusammenzubringen. So wurden im Laufe der zwölf Festivaltage 55 große Pressekonferenzen veranstaltet. Die eigentliche Meisterleistung der PR-Maschinerie sind allerdings die junkets: kurze Gruppeninterviews, bei denen jeweils 5 bis 15 Journalisten etwa 15 bis 30 Minuten lang mit einem Star in einem Hotelzimmer sitzen dürfen. Junket, das klingt nach Junk, also Müll, was nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig ist. Laut Wörterbuch heißt es: die Festlichkeit, der Schmaus, die Feier.

Das Ziel: Aura für Alle!

Kurz vor dem vereinbarten Termin (Hopkins, zehn-dreißig) betrete ich gemeinsam mit sieben Journalisten den Fahrstuhl in der prächtigen Lobby des Four Seasons in Berlin-Mitte.

REPORTER 1 Ist Hannibal im dritten?

REPORTER 2 Nee, da ist der Marquis de Sade. Hannibal muss im vierten sein.