In Mathe sind unsere Schüler eher mau, auch mit ihrer Sprachkompetenz ist es häufig nicht weit her. Aber in einer Disziplin liegen sie vorn: im Rauchen. Eine europäische Vergleichsstudie belegt, dass rund 70 Prozent der 15-Jährigen Erfahrungen mit Zigaretten gemacht haben, 25 Prozent rauchen täglich. Das ist fast Europarekord

nur österreichische Mädchen rauchen mehr.

Und noch eine Überraschung: Wenn Jugendliche rauchen, dann keineswegs nur in der Disco oder heimlich auf dem Klo, sondern vor allem auf dem Schulhof, wo es offiziell verboten ist. Der Schwarze Peter ist mal wieder bei der Schule.

Die aber hat schon alles Mögliche versucht: Aufklärung durch Horrorbilder verteerter Raucherlungen und faulender Raucherbeine, verschärfte Kontrollen nebst strengem Verweis. Nichts hilft wirklich. Mancher mag versucht sein, auf die Methoden der schwarzen Pädagogik zurückzugreifen: ertappte Täter dazu zwingen, eine Zigarette öffentlich aufzuessen - mit, wie man heute sagen würde, nachhaltigem Abschreckungserfolg.

Wer keine Vergiftung erzwingen will, wird weiter appellieren, aufklären, verbieten müssen. Und sich geduldig trösten mit der Einsicht: Die Erziehbarkeit des Menschen ist nun mal begrenzt.