Sollen sie doch Steine klopfen

Ausgerechnet Otto von Bismarck, der Initiator des Gesetzes "gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie", gestand den Untertanen grundsätzlich ein "Recht auf Arbeit" zu. So geschehen in einer Rede vor dem Reichstag im Mai 1884. Karl Marx hätte sich gewiss über die unerwartete Einsicht des Kanzlers gefreut, wenn er noch am Leben gewesen wäre, hatte er doch schon 1848 in den "Forderungen der Kommunistischen Partei" unter Punkt 16 verlangt: "Der Staat garantiert allen Arbeitern ihre Existenz." Doch beide Männer, der Staatsmann und der Philosoph, irrten. Ihre schöne Theorie wurde durch die Realität widerlegt: Schon im Jahre 1895 zählte man im Deutschen Reich mehr als eine halbe Million Arbeitslose, und da war kein Staat, der ihnen eine Beschäftigung geben konnte.

Es mag sein, dass es früher einmal einen Zustand gegeben hatte, da jeder gesunde Arbeitswillige auch wirklich irgendeine Arbeit fand. Aber diese Zeiten waren nun vorbei. Die ökonomische Struktur des Reiches hatte sich längst gewandelt: Aus einem Agrarland war ein Industriestaat geworden, und die Industrialisierung setzte sich mit großer Beschleunigung fort, sodass schließlich im Jahre 1910 sechzig Prozent der Bevölkerung in den Städten wohnten.

Hatte im Mittelalter die Losung gegolten: "Stadtluft macht frei", so zeigte nun der Umzug des Arbeiters in die Stadt die gegenteilige Folge: Er geriet in völlige Abhängigkeit von der Fabrik, die ihn beschäftigte. Lief die Produktion auf vollen Touren, brauchte er sich nicht zu sorgen, ließ der Absatz jedoch nach, musste er um seine Stelle bangen. Nach der Reichs-Gewerbe-Ordnung von 1869 hatte sich jede Fabrik mit mehr als 20 Arbeitern zwar auf bestimmte Satzungen festzulegen, aber eine Kündigungsfrist war nicht vorgeschrieben. Das patriarchalische Ideal, nach dem sich der Herr der Fabrik persönlich um das Wohl "seiner" Arbeiter kümmerte, stimmte ohnehin immer seltener mit der harschen Wirklichkeit überein

bei einem Konjunktureinbruch drohte den Beschäftigten die sofortige Entlassung.

Auflauf vor dem Berliner Schloss, die Menge fordert Brot und Arbeit

Der nicht abreißende Strom von Zuwanderern in die Städte verursachte ein ständiges Überangebot von Arbeitskräften. (Fast ausschichtslos war es für Ältere, eine Stelle zu finden - und als "alt" galten schon die 40-Jährigen.)

Zugegeben, wegen des nahezu kontinuierlichen wirtschaftlichen Aufschwungs seit 1871 wurde die Zahl der Arbeitslosen während der Kaiserzeit nie bedrohlich groß, aber immerhin registrierte man unter den industriellen Arbeitern im Jahre 1888 3,8 Prozent Stellenlose, 1892 6,3 Prozent, 1894 3,1 Prozent, 1901 6,7 Prozent und 1914 3,2 Prozent.

Sollen sie doch Steine klopfen

Nach den Worten des Historikers Thomas Nipperdey sah man die Arbeitslosigkeit immer noch "eher als individuelles denn als strukturelles Problem" an, sodass niemand an die Notwendigkeit staatlichen Eingreifens dachte. Die Arbeitslosen von Berlin, die sich im Februar 1892 vor dem Schloss versammelten und nach "Brot" und "Arbeit" riefen, erzielten mit ihrer Demonstration keine Wirkung.

Heinrich Mann beschreibt sie in seinem Roman Der Untertan als das "trübe und mißfarbene Meer der Armen", deren "Mienen ohne Ausdruck waren, nicht drohend und nicht einmal neugierig, nicht als wollten sie sehen, sondern als zeigten sie sich". Sie wussten wohl schon von vornherein, dass die öffentliche Meinung durch ihr Schicksal nicht beeindruckt werden würde.

Mit dem Tag der Entlassung war der Arbeiter schlagartig ein armer Mann

denn er verfügte über keinerlei Ersparnisse. Zwar ist das Einkommen des Industriearbeiters im Kaiserreich kontinuierlich angestiegen, doch verdiente er im Schnitt immer noch so wenig, dass die Lebenshaltungskosten fast alles aufzehrten. Die Macht der Gewerkschaften war gering, Tarifverträge kamen erst allmählich auf. Meist wurden die Löhne individuell ausgehandelt, und da die Arbeitgeber nahezu unumschränkte Herren über ihre Fabriken waren, versuchten sie, den Verdienst der Arbeiter auf ein Minimum herabzudrücken. Ferdinand Lassalle nannte diese Tendenz das "eherne und grausame" Lohn-Gesetz.

Der Ökonom und Direktor der Gothaer Lebensversicherung, Arwed Emminghaus, und der Frankfurter Stadtrat Flesch, stellten in einer gemeinsam durchgeführten Untersuchung 1886 fest: "Kennzeichen gesunder sozialer Verhältnisse wäre es, wenn der Arbeitslohn erheblich höher wäre als der zur Beschaffung des absolut Unentbehrlichen erforderliche Betrag ... Leider sind aber unsere Arbeitslöhne vielfach so niedere, daß sie eben nur zu dem absolut Unentbehrlichen ausreichen ... Die Folge ist, daß bei einer ziemlich zahlreichen Klasse von Arbeitern in großen Städten jede Pause in der Arbeitsgelegenheit oder Arbeitsfähigkeit die Armenpflege oder Stiftungswohlthätigkeit anzurufen zwingt."

Wer seine Arbeit verlor, suchte zunächst bei der Gewerkschaft Hilfe, die (wie auch mancher Berufsverband) eine Unterstützungskasse besaß. Danach führte ihn jedoch sein Weg unweigerlich zur "Armenpflege" oder einem Verein der freien "Wohlthätigkeit". Eine staatliche "Stütze" gab es nicht.

Für die Armenpflege zuständig waren die Gemeinden. In Paragraf 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger von 1871 heißt es: "Jedem hilfsbedürftigen Deutschen ist von dem zu seiner Unterstützung verpflichteten Armenverbande Obdach, der unentbehrliche Lebensunterhalt, die erforderliche Pflege in Krankheitsfällen und im Falle seines Ablebens ein angemessenes Begräbnis zu gewähren." Wie wenig das Zeitalter auf das neue Phänomen der Arbeitslosigkeit vorbereitet war, geht schon aus der Tatsache hervor, dass anfangs noch darüber diskutiert wurde, ob der Arbeitslose überhaupt als "hilfsbedürftig" im Sinne des Gesetzes anzusehen sei. Nach herkömmlicher Vorstellung musste die Allgemeinheit nur den wirklich "Hilflosen" beistehen, den Alten und Kranken ohne Angehörige. Gesunde und kräftige Arbeitslose konnten doch schnell eine neue Beschäftigung finden - so meinte man.

Sollen sie doch Steine klopfen

Diese Ansicht musste erst einmal korrigiert werden. Der Freiburger Bezirkspräsident Freiherr von Reitzenstein schreibt 1887 in einer Abhandlung über Die Beschäftigung der Arbeitslosen: "Es ist nicht mehr richtig, daß der Arbeitsfähige, wenn er sich darum bemühe, überall und zu jeder Zeit Gelegenheit zu einem seinen Unterhalt sichernden Erwerbe finden könne. Es darf ihm daher seitens der Armenpflege die Unterstützung nur insoweit abgeschlagen werden, als die Thatsache, daß er eine Arbeitsgelegenheit finden könne, eine notorische oder ihm gegenüber erweisbare ist."

Die Armenpflege war zur Hilfe verpflichtet, aber der Bedürftige galt als Bittsteller, über dessen Gesuch nach Gutdünken entschieden wurde. Auch gab es keine verbindlichen Richtlinien über die Höhe der geldlichen Zuwendungen.

Nach den Ermittlungen des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit betrug 1897 die durchschnittlich im Jahr gezahlte Unterstützung zum Beispiel in Berlin 160 Mark, in Breslau 77, in Dresden 118, in Hannover 80, in Königsberg 64, in München 91 und in Weimar 50 Mark.

"Unzumutbare Arbeit" ist den Beamten der Fürsorge unbekannt

Der Armenverband verfolgte gewöhnlich zwei Grundsätze: 1. Unterstützung erhielt ein Arbeitsfähiger nur dann, wenn er eine ihm zugewiesene Arbeit ausführte. 2. Der dafür gezahlte Betrag sollte nur die einfachsten Lebensbedürfnisse befriedigen. Entsprechend erstattete zum Beispiel Kommerzienrat Ostertag aus Stuttgart 1886 vor dem Verein für Armenpflege Bericht: "Die Stadtverwaltung fand alsbald, daß hier das Mitleid übel angebracht wäre, daß es sich vielmehr nur darum handeln könne, die wirklich Bedürftigen herauszufinden und diesen eine passende Beschäftigung zu verschaffen. Es wurde ferner sofort auch erkannt, daß nur eine Art der Beschäftigung die richtige sein könne, nämlich das Steinschlagen, und zwar nicht im Tagelohn, sondern im Akkord ... Um die Leute zu dieser Beschäftigung nicht zu ermuthigen, wurde der Preis der Arbeit ziemlich niedrig gestellt."

Die Strategie des Amtes war leicht zu durchschauen: Je härter die abverlangte Arbeit und je niedriger der dafür angesetzte Lohn-Wert, desto kleiner blieb die Zahl der Hilfesuchenden. Das Budget der Gemeinde wurde also nicht so stark belastet. Außerdem bezichtigte man die Männer ohne Arbeit wohl immer noch unterschwellig einer heimlichen Neigung zum Müßiggang und empfand deshalb kaum echte Hilfsbereitschaft.

Andererseits nutzte man ihre Lage schamlos aus, um ohnehin anstehende Arbeiten durch ungewöhnlich geringe Ausgaben zu finanzieren. In manchen Städten verschob man ganz planmäßig Tiefbau- und Erdarbeiten auf den Winter, weil man wusste, dass sich dann wieder Arbeitslose bei der Armenbehörde melden würden. Man ließ sie Straßen anlegen und Plätze planieren, in Steinbrüchen arbeiten, Kanalisationen verlegen oder Schutt wegräumen. Ältere oder weniger kräftige Männer hatten die Straße zu fegen oder für Botengänge zur Hand zu sein.

Sollen sie doch Steine klopfen

Wer nicht bereit war, die angebotene Arbeit anzunehmen, erhielt auch keine Unterstützung. Die Vokabel "unzumutbar" war den Beamten der Fürsorge unbekannt. Sie wussten, die hungernden Arbeitslosen würden wiederkommen. Auch hierzu gibt Ostertag Auskunft: "Als man den Arbeitssuchenden aber dieses Geschäft [das Steinschlagen] angetragen, glaubten manche, es sei dieses unter ihrer Würde, und erklärten, sie könnten und wollten nicht Steine schlagen.

Sie zogen dann weiter, und man glaubte, sie los zu sein, was aber bei vielen nicht der Fall war

diese kehrten vielmehr wieder und begannen mit dem ihnen neuen und bekannten Arbeitszweige sich vertraut zu machen."

Auch die Ehefrauen, die doch zu Kaisers Zeiten selbstverständlich an den Herd gehörten, mussten sich bemühen, durch irgendeine Nebenbeschäftigung etwas Geld zu verdienen, damit die Gemeinde ein paar Mark Unterstützung einsparte.

Der Obersekretär der Allgemeinen Armenanstalt Hamburg, R. Kluge, erklärt in seinem 1913 erschienenen Handbuch für Armenpfleger kategorisch: "Selbst von der Ehefrau des Hilfesuchenden muß, wenn ihre Arbeitskraft durch die Wirtschaftsführung und Pflege der Kinder nicht vollständig in Anspruch genommen wird, eine entsprechende lohnende Beschäftigung wie Nähen, Stricken, Scheuern, Waschen usw. gefordert werden."

Wer von der Allgemeinheit lebte, der sollte sich dieser Wohltat auch würdig erweisen. Der Armenpfleger hatte daher dem Unterstützten nicht nur Beistand in der Bewältigung von Alltagssorgen zu leisten, er musste auch dessen Lebenswandel durch häufige, nicht angekündigte Besuche und Befragung der Nachbarn überwachen. Die Intimsphäre wurde rücksichtslos ausgeforscht und moralisch bewertet. Das Handbuch für Armenpfleger fordert an erster Stelle: "Gegen Unmoral, Unsitte und ausschweifende, lasterhafte Lebensführung, durch die leider sehr oft die Notlage geschaffen wird, hat der Armenpfleger mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln einzuschreiten, bei fruchtlosem Bemühen die Unterstützung wegen Unwürdigkeit einzustellen und eventuell die Bestrafung des Schuldigen oder seine Versetzung in Anstaltspflege zu veranlassen."

Zur Armut kam die Obdachlosigkeit: Nach Paragraf 554 des Bürgerlichen Gesetzbuches stand Hauseigentümern das Recht zu, einen Mieter, der zweimal nicht gezahlt hatte, "ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist" auf die Straße zu setzen. So wurden Arbeitlose endgültig das, was die Beamten von vornherein in ihnen vermutet hatten: arbeitsscheue, dem Trunk ergebene Bettler. Nach den moralischen Vorstellungen der Kaiserzeit hörten sie dadurch auf, redliche Menschen zu sein. Notorische Bettler und herumstreunende Nichtstuer wurden von der Polizei aufgegriffen und den Gerichten übergeben. Nach Paragraf 361 des Strafgesetzbuches verurteilte man sie meist zu einer Haft von nur wenigen Tagen, wies sie aber anschließend oft für längere Zeit (bis zu zwei Jahren) in ein "Arbeitshaus" ein. Hier sollten sie durch harte Arbeit umerzogen werden.

Sollen sie doch Steine klopfen

Wohltätige Damen der besseren Kreise helfen gerne

Arbeitshäuser waren eine alte Einrichtung, nach englischem und holländischem Vorbild im 17. Jahrhundert auch in Deutschland eingeführt (endgültig abgeschafft wurden sie in der Bundesrepublik übrigens erst 1969). Im Jahre 1888 gab es im Deutschen Reich 51 Arbeitshäuser. 1874 wurden 10 869 Menschen in solche Anstalten eingewiesen, 1883 zählte man mehr als 28 000 "Korrigenden". Kaum einer von ihnen erfüllte jedoch die von der Obrigkeit in sie gesetzten Hoffnungen, sie "besserten" sich nicht. Kein Wunder, folgte man doch bei den Erziehungsversuchen der Empfehlung des Hallenser Ökonomen Johannes Conrad: "Selbst der Zwang zu gänzlich nutzloser Arbeit, zum Beispiel einen Haufen Steine von einer Seite des Hofes auf die andere und wieder zurück zu bringen, wie er tatsächlich ausgeübt ist, wird mitunter besser sein, als notorisch arbeitsscheue oder auch fragwürdige Personen zu füttern, ohne sie etwas leisten zu lassen."

Neben der amtlichen Armenpflege gab es eine ausgedehnte private so genannte "Wohlthätigkeit". Nicht in erster Linie beunruhigt durch die "Begehrlichkeit" der Sozialisten, wie Bismarck das Streben der SPD nach größerer sozialer Gerechtigkeit nannte, oder durch ein schlechtes Gewissen, sondern erfüllt vom Ideal christlicher Nächstenliebe fühlten sich die Besitzenden angetrieben, den Armen zu helfen. In einer Zeit, die Darwins Theorie vom Kampf ums Dasein auf das Sozialverhalten der Menschen übertrug und die Auslese der Tüchtigsten durch erbarmungslose Konkurrenz als Lebensprinzip anerkannte, fürchtete mancher nicht nur um den äußeren, sondern auch um den inneren, den Seelenfrieden, und es erwachte das Verlangen nach dem beglückenden Gefühl, in einer egoistisch gewordenen Welt doch ein guter Mensch geblieben zu sein.

Etliche philanthropische Vereine entstanden, die das Los der Armen zu lindern suchten, und für viele Frauen aus besser gestellten Kreisen wurde es zur schönen Pflicht, sich karitativ zu betätigen.

Der vermutlich bekannteste "Wohlthäter" war Pastor Friedrich von Bodelschwingh. Er gründete nicht nur die heute noch bestehende Anstalt von Bethel bei Bielefeld zur Aufnahme Behinderter, sondern auch die seinerzeit sehr bedeutsamen Arbeiterkolonien. Erschüttert hatte er den Strom arbeitsloser Bettler auf den deutschen Landstraßen beobachtet, und es empörte ihn, dass die Justiz diese Menschen bestrafte, anstatt dass irgendjemand ihnen Arbeit gab. Mit Spendengeld kaufte er landwirtschaftliche Güter, wo er Unterkünfte für Stellungslose einrichtete. Die hier aufgenommenen "Brüder von der Landstraße" - so nannte Bodelschwingh seine Schützlinge - machten Land urbar und bebauten es. Sie lebten in ruhigen Verhältnissen und bekamen wieder Selbstvertrauen. Die Idee leuchtete ein und wurde sofort von anderen aufgegriffen: 1886 gab es bereits 15 Arbeiterkolonien überall in Deutschland.

Die armen Leute im Obrigkeitsstaat hatten kaum eine Chance, sich aus ihrer Lage zu befreien. Um ihnen jeglichen politischen Einfluss zu nehmen, verloren sie das Wahlrecht sowohl für den Reichstag als auch für das Landesparlament.

Die recht- und besitzlosen Untertanen konnten lediglich hoffen, dass fromme Wohlhabende, vom Schicksal Begünstigte, ihnen das Leben durch milde Gaben zuweilen ein wenig aufhellen würden.

Sollen sie doch Steine klopfen

Erst nach der Revolution von 1918 gab es staatliche Arbeitsämter - und endlich auch einen Rechtsanspruch auf Fürsorge für Erwerbslose, dem die dafür zuständige Behörde (wie es im Gesetzestext ausdrücklich hieß) "nicht den Rechtscharakter der Armenpflege" beilegen durfte. 1927 wurde schließlich die staatliche Arbeitslosenversicherung eingeführt.

Aus einer Gnade, welche die Obrigkeit willkürlich erwies oder verweigerte, war ein Anrecht des Bürgers geworden, das dieser einfordern konnte. Die ins Elend Geratenen galten nicht länger als Bittsteller, deren Schicksal von der eigenmächtigen Entscheidung eines moralisierenden Armenpflegers abhing.

Jedem, ohne Ansehen der Person, stand von nun an die Hilfe der Solidargemeinschaft zu. Und es bleibt zu hoffen, dass die Erinnerung an das Elend der guten alten Kaiserzeit den Blick schärft für die Arbeitslosenpolitik von heute.

Der Autor ist Historiker und Publizist und lebt in Idstein im Taunus