Die Meldung ging im vergangenen November um die Welt: Ein britisches Wissenschaftlerteam untersucht in der Antarktis die Frage, ob die Pinguine tatsächlich ihren Kopf in den Nacken legen und dann nach hinten umkippen, wenn sie überflogen werden. Und die Tatsache, dass Forscher etwas untersuchen, war offenbar für viele Medien schon ein hinreichender Grund, an die Existenz dieses Phänomens zu glauben.

Hier sind die Fakten: Die Legende existiert schon mindestens seit dem Falklandkrieg, aus dem britische Piloten sie mit nach Hause brachten. Durch das Internet wurde sie als "erstaunliche Tatsache" über die ganze Welt verbreitet. Die Expedition des British Antarctic Survey unter der Leitung von Richard Stone zu der Falklandinsel South Georgia hatte auch nicht den alleinigen Zweck, die Umfallfrage zu klären, vielmehr ging es um die ökologischen Auswirkungen militärischer Flüge auf die Vögel. Aber die Forscher konnten die Frage eindeutig beantworten: "Nicht ein einziger Pinguin fiel um, wenn die Hubschrauber darüberflogen", berichtet Stone Anfang Februar. Stattdessen hätten die Tiere verstört reagiert und Fluchtreflexe gezeigt.

Aber die Meldung über dieses unspektakuläre Ergebnis machte natürlich erheblich weniger Schlagzeilen als die über kippende Pinguine. Christoph Drösser

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