Wer waren die Moche? Die Frage kam im Millionärsquiz noch nicht vor, hätte aber große Chancen, das Preisgeld in die Höhe zu treiben. Wer kennt schon peruanische Hochkulturen, wenn sie nicht Inkas zu verdanken sind? Die Moche lebten ein Jahrtausend früher, von 200 vor Christus bis 600 nach Christus, im Norden des Landes, und dass sie jetzt der Bundeskunsthalle Bonn eine sehr erfolgreiche Ausstellung bescheren, verdankt sich ihrem Glanz, ihrer geheimnisvollen Existenz und der archaischen Fremdheit ihrer Hervorbringungen. Gold aus dem alten Peru. Die Königsgräber von Sipán (bis 29. April, Katalog 49,- DM) dokumentiert nicht nur den größten Goldfund seit der Entdeckung des Tutanchamungrabes 1922, gezeigt wird auch die kunstvolle Keramik der Moche-Kultur. Grabbeigaben sind sie allesamt: der sensationelle Fund mit dem fürstlichen Schmuck, den Kronen und Masken von Herrschern, Priestern und Kriegern. Und die mit realistischem Dekor geschmückten Gefäße.

Wo die Goldobjekte von der Hinwendung zu Ahnen und der Überhöhung von Tiergöttern sprechen, illustrieren die Keramiken irdische Freuden und Bedrängnisse. So entfalten sich die magischen wie die alltäglichen Seiten dieser Kultur so bezwingend anschaulich, wie es der Schulbuchtitel der Schau schwerlich vermuten lässt. Wer will, kann sich aufs Staunen verlegen angesichts solch mysteriöser Schönheit. Oder die bemerkenswert gut kommentierte Ausstellung überraschend informiert verlassen.