die zeit: Herr Kohlhaussen, weltweit sinken die Aktienkurse. Die verunsicherten Anleger fragen sich: Wann hat die Talfahrt ein Ende?

Martin Kohlhaussen: Ich möchte denjenigen kennen lernen, der das weiß. Das Problem ist doch, dass so genannte Experten häufig den Eindruck erwecken, sie wüssten, wann der Boden erreicht ist.

zeit: Damit meinen Sie wohl Analysten.

Kohlhaussen: Es sind nicht nur die Analysten. Ein Analyst, der ein Unternehmen beobachtet und Empfehlungen abgibt, schreibt lediglich seine Überlegungen auf. Die Medien multiplizieren das, mitunter zu unkritisch.

zeit: Jetzt haben Sie sich elegant aus der Affäre gezogen, was die Schelte betrifft. Immerhin haben Sie einmal gespottet, in Ihrem nächsten Leben wären Sie selbst gern Analyst. Dann könnten Sie heute so reden und morgen so, immer nach dem Motto: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an ...

Kohlhaussen: Das habe ich gesagt, und dazu stehe ich auch. Es gibt Analysten von unterschiedlicher Qualität und Qualifikation, das ist in jeder Berufssparte so. Das bedeutet aber auch, einige Analysten machen ihre Arbeit sehr gut und sehr gründlich.

zeit: Diverse Analysten raten, die Aktien der Commerzbank zu verkaufen. Wie haben diese Analysten denn ihre Arbeit gemacht?