Es ist wieder so weit: Diese Woche nimmt Jürgen Schrempp, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler AG, nach Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai an einem Treffen mit Patriarchen der Mitsubishi-Gruppe teil. Auch mit seinen 56 Jahren wird er dann vermutlich immer noch der Jüngste am Tisch sein - wie schon Anfang der neunziger Jahre.

Widerwillig folgte Schrempp - damals noch an der Spitze der Daimler-Luftfahrttochter Dasa - seinem Vorgänger Edzard Reuter nach Japan.

Auf der Suche nach Reuters Vision von einem "integrierten Technologiekonzern" begleitete Schrempp seinen Japan-begeisterten Chef auf gemeinsamen Hafenrundfahrten mit den Spitzen der Mitsubishi-Unternehmensgruppe. Jetzt könnte er einige seiner alten Bekannten wieder treffen.

Ist dann alles anders damals? Schließlich bietet er sich den Japanern nicht mehr als strategischer Diskussionspartner, sondern als Krisenmanager an.

Schrempp will ein tief in die roten Zahlen gefahrenes Gruppenmitglied, die Mitsubishi Motors Corporation (MMC), sanieren, an der der DaimlerChrysler-Konzern seit einem Jahr 34 Prozent der Anteile hält. Das Ganze soll auf höchster Ebene mit den Aufräumarbeiten bei der angeschlagenen US-Tochter Chrysler koordiniert werden. "Uns war von Anfang an klar, dass Mitsubishi ein Sanierungsfall ist", heißt es heute in Stuttgart.

Das klang auch schon mal anders. Doch die Sprüche vom großen asiatischen Markt, den Mitsubishi eröffnen werde, sind leiser geworden. Die Zukunftsträume vom profitträchtigen Weltkonzern sind in die Ferne gerückt.

Nach dem in Stuttgart verkündeten "Turnaround-Plan" werden im ersten Quartal 2001 beim US-Konzernteil Verluste von 4,5 Milliarden Euro erwartet. Derweil droht Mitsubishi Motors im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März) ein Minus von 1,3 Milliarden Euro.