Die elektronische Nachricht erreichte die Mitarbeiter der DG Bank mittags um halb zwölf. Der Inhalt: eine "persönliche Erklärung" von Bernd Thiemann, ihrem Vorstandschef. Der Anlass: sein Rücktritt. Mit der überraschenden Demission am vergangenen Dienstag hat Thiemann eine quälende Personaldebatte elegant gelöst. Die DG Bank, die größte der drei genossenschaftlichen Zentralbanken, war in jüngster Zeit wegen einer möglichen Schieflage im Kreditgeschäft in die Schlagzeilen geraten - und mit ihr auch der Vorstandschef (ZEIT Nr. 7/2001). Eine Rettung sollte die Fusion mit dem für Süddeutschland zuständigen Zentralinstitut, der Frankfurter GZ-Bank, bringen.

Doch deren ambitionierter Chef, Ulrich Brixner, spekulierte selbst auf die Führungsrolle in der neuen Bank. Jetzt ist Brixner wohl am Ziel. Das Interessante daran: Der 60-jährige kennt sich mit Fusionen bestens aus. Seine Bank entstand erst im vergangenen Jahr per Zusammenschluss. Am 20. März, heißt es in Genossenschaftskreisen, könnte die Grundsatzvereinbarung über die Fusion von DG- und GZ-Bank endgültig unterschrieben werden. Spätestens dann wird wohl Brixner als Chef der neuen Bank nominiert. Bernd Thiemann hingegen verzichtet sogar auf den Trostpreis: Er stehe, ließ der scheidende Banker verbreiten, auch nicht für einen Posten im Aufsichtsrat zur Verfügung.