Nie ist seine Kunst ortlos, nie ist sie ewig. Die Werke des französischen Künstlers Daniel Buren existieren stets nur für die Dauer einer Ausstellung, und immer suchen sie die Auseinandersetzung mit der Architektur, in der sie zu sehen sind. Dabei wird die Farbe zur treibenden Kraft. Zu welch überraschendem Ergebnis dieses Zusammenspiel führen kann, zeigt die Ausstellung Les Couleurs Traversées im Kunstmuseum Bregenz (bis 18. März, Künstlerbuch ATS 350). Das von Peter Zumthor erbaute Haus besticht durch die Klarheit seiner Räume und die gläserne Haut, die für alle drei Stockwerke Tageslicht durch eine Kassettendecke aus geätzten Glasplatten hindurchlässt.

Geleitet von der Transparenz der Außenhaut, die ihm den Bau als einen "Eiswürfel" erscheinen lässt, intervenierte Buren mit Kunststofffolien, Plexiglas und Neonröhren. Das zweite Geschoss versah er mit vielen Spiegeln, sodass sich der Raum ins Unendliche zu dehnen scheint

im obersten Stockwerk hingegen baute er ein dichtes Labyrinth aus teils verspiegelten, teils farbig transparenten Wänden. Man steht in einem Feuerwerk aus Farben. Aber die Anarchie ist nur eine scheinbare. Der Regisseur ist Systematiker.