In Australien kämpft der Generalstaatsanwalt Daryl Williams einen heroischen Kampf. Eine gerade verabschiedete Ergänzung zum australischen Urheberrechtsgesetz sieht vor, dass in Australien ab sofort die Weiterleitung einer E-Mail ohne Zustimmung ihres Autors unzulässig sei. Entsprechend groß war der Protest, der im Internet anlief. Er brachte die Mailserver der australischen Justiz zum Zusammenbruch. Zur Schadensbehebung erklärte Daryl Williams, dass der Schutz des Copyrights und das Verbot der Weiterleitung nur für E-Mails mit einer "literarischen Schöpfungshöhe" gelte, etwa die Manuskriptsendung eines Autors an seinen Verleger. Die Folge ist eine Flut von Shakespeare-Mails, die die Server erneut unter Stress setzt.

Mit Friedenszeichen, Flowerpower-Farben und dem Linux-Symbol, dem Pinguin Tux, startet IBM dieser Tage eine millionenschwere Kampagne für den Einsatz des Betriebssystems Linux auf seinen Rechnern. Über die Vereinnahmung durch IBM ist die Szene der Linux-Verfechter gespaltener Meinung. Die einen begrüßen die Kampagne als weiteren Schritt zur Akzeptanz des quelloffenen Betriebssystems. Die anderen starten eine Gegenwerbung mit einem VW-Bus voller bekiffter Pinguine.

In schneidigen Resolutionen hat sich die EU gegen die Überwachung des europäischen Fernmeldeverkehrs durch die amerikanische National Security Agency (NSA) ausgesprochen. Vor allem das Abhörsystem Echelon, das den Daten- und Telefonverkehr der Europäer überwacht, wurde da kritisiert. Nun berichtet Libération, dass der für die Sicherheit der EU-internen Kommunikation verantwortliche Beamte eng mit der NSA zusammenarbeitet. Ausgerechnet die geheimen, zehn Jahre alten Faxgeräte mit besonderen Verschlüsselungsfunktionen, über die der vertrauliche EU-Schriftverkehr läuft, soll er der NSA wochenlang zur Überprüfung überlassen haben.

Befremdlich ist dabei auch die Antiquität der EU-Kommunikation: Brisante E-Mails werden ausgedruckt, dann gefaxt und anschließend wieder in einen Computer eingetippt.

Detlef Borchers (borchers@zeit.de)