Ist das höhere Politik, oder sind es niedere Instinkte? Gerhard Schröder will die Ökosteuer nach 2003 nicht mehr erhöhen - jedenfalls nicht vor der Wahl 2002. Na und? So, wie sie ist, taugt die Ökosteuer nicht viel: Sie spart ausgerechnet diejenigen Unternehmen aus, die unsere Umwelt besonders stark verpesten. Außerdem hält sie her, um die Rentenversicherung zu subventionieren - so senkt sie den Druck, die Alterssicherung mit der Wirklichkeit zu vereinbaren.

Und warum ist die Ökosteuer so, wie sie ist? Weil sie der höheren Politik halber zurechtgestutzt wurde. Oder war es nur der niedere Instinkt, rechts und links zu umarmen? Irgendwie ist auch Schröder ein Kanzler der Einheit.

Die Steuer soll den Energieverbrauch verteuern, damit die Menschen weniger Rauch in die Welt blasen. Tatsächlich tanken deutsche Autofahrer jetzt weniger. Man stelle sich vor, wie eine ausnahmslose Ökosteuer die Umwelt entlastete.

Eine schöne Idee kann zwar nichts entstellen. Aber auch ein Kanzler ist nur so gut wie seine Gegner. Da beklagt Edmund Stoiber die Ökosteuer als familienfeindlich - jene Steuer, die dafür sorgen soll, dass unsere Enkel eine sauberere Umwelt vorfinden. Wenn das keine niederen Instinkte sind. UJH