Im Sommer wird voraussichtlich für Frankreichs Spitzenmanager die Stunde der Wahrheit schlagen. Im Juni soll ein Gesetz in Kraft treten, wonach die Patrons spätestens in den Jahresberichten 2001 ihre Gehälter offen legen müssen. Ganz im Sinne der neuen Transparenz willigten die meisten Chefs der börsennotierten Unternehmen längst ein.

Glaubt man der Studie des Finanzberatungsinstituts Proxinvest, dürfte es ob der Unterschiede einige Überraschungen geben. Nach dieser Schätzung soll Vivendi-Chef Jean-Marie Messier 1999 nach der Proxinvest-Schätzung 66-mal so viel verdient haben wie France-Télécom-Chef Michel Bon. Während dieser auf knapp 200 000 Euro im Jahr kam und von keinerlei Stock-Options profitierte, verdiente Messier über 13 Millionen Euro.

Grund für das geplante Gesetz: Im September 1999 wurde bekannt, dass der ehemalige Geschäftsführer des Ölkonzerns Elf Aquitaine für seine Entlassung mit einer Rekordsumme von umgerechnet mehreren Millionen Mark über Aktien und Optionen entschädigt wurde.