Italien-Korrespondent? Ach was: ein Medienunternehmer! Als Gründer zweier Kleinverlage hatte der 1940 geborene Werner Raith keinen Erfolg. Als erfolgreicher Buchautor - seit 20 Jahren schrieb er im Schnitt ein Buch pro Jahr, deren Themen von Spartacus bis zur Mafia reichten - lag er im permanenten Clinch mit seinen Verlegern.

Visibility im Mediamarkt gab dem anarchischgschaftlhuberigen Polyhistor die journalistische Liebe seines Lebens: die taz. Am Ende dann doch eine Enttäuschung, gefolgt durch eine Vernunftehe mit dem Tagesspiegel.

Werner Raith, nebenberuflich Pferdezüchter in Terracina, war ein bayerischer Vollbluterzähler, stets inspiriert von der Lebensart, der Politik, dem Essen, den Heiligen und den Sündern Italiens. Auch darüber, wie man schnell und lesbar schreibt, hat er natürlich einen Ratgeber verfasst.

Übrigens war Werner meines Wissens der einzige Journalist, der die ruhige, eisige Kälte im Auge des die Massen aufheizenden Heiligen Vaters Johannes Paul II. erblickt - und benannt - hat. Er selber war nie ruhig, immer auf Hochtouren.

Jetzt hat sein Herz versagt.