Mithilfe mehrerer europäischer Finanzunternehmen will der US-Versicherer Prudential sein Geschäft auf dem Kontinent stärken. "Wir führen derzeit Gespräche mit mehreren europäischen Banken und Versicherungen", sagt Douglas Clark Johnson, Managing Director von Prudential, einem der größten amerikanischen Versicherungsunternehmen. Die künftigen Partner sollen das Investmentprodukt Strategist vertreiben. Dabei können sich Anleger ab 50 000 Euro eine individuelle Strategie entwickeln lassen, die Risikobereitschaft, Zeithorizont und regionale Vorlieben berücksichtigt.

Die Bundesregierung will großen Pensionsfonds, die infolge der Rentenreform an Bedeutung gewinnen werden, nun doch keine Vorschriften machen, wie sie ihre Mittel anlegen. Ursprünglich wollte der Gesetzgeber Quoten festlegen, wonach beispielsweise maximal 30 Prozent des Geldes in Aktien investiert werden dürften - davon ist das Finanzministerium jetzt wieder abgerückt. Nun sollen die Fondsmanager frei entscheiden dürfen, nur das Versicherungsaufsichtsamt kontrolliert die Anlagestrategien.

Den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission entgeht fast nichts, keine Kleinigkeit auf der Homepage einer Behörde, keine Broschüre, die zwecks Verbraucheraufklärung unters Volk gebracht wird, aber vermeintlich eine ernste Gefahr für den Europäischen Binnenmarkt darstellt. Weil er genau diesen Verdacht hegt, intervenierte EU-Kommissar Mario Monti bei der Berliner Regierung und erreichte jetzt ein Einlenken von Rot-Grün. Den Unmut des Wettbewerbshüters hatte das Umweltbundesamt (UBA) mit dem Verbrauchertipp erregt: "Kaufen Sie Getränke aus der Region, denn: Jeder Kilometer zählt". Laut der vom UBA erarbeiteten Ökobilanz für Getränkeverpackungen stimmt es zwar, dass lange Transportwege der Umwelt schaden. Weil die Schlussfolgerung daraus jedoch womöglich ausländische Produkte diskriminiere, soll das UBA sie nicht so deutlich formulieren dürfen. Vergangene Woche beschloss die Berliner Runde der mit EU-Fragen befassten Staatssekretäre, die Bundesbehörde solle sich in Zukunft mit dem Appell begnügen: "Denken Sie beim Kauf auch an die Entfernung."

Keine falschen Hoffnungen auf eine Wende in der europäischen Agrarpolitik! Zwar steht Ende dieser Woche der EU-Gipfel in Stockholm an. Anna Lindh, die schwedische Außenministerin und derzeitige Vorsitzende des Ministerrats, hält aber einen Kurswechsel in der Landwirtschaftspolitik für "absolut unrealistisch". "Es ist gefährlich zu glauben, die Premiers würden jetzt diese Krise lösen - sie können es nicht!", sagte die Sozialdemokratin im Gespräch mit der ZEIT und dem DeutschlandRadio Berlin. Zwar werde BSE ein Gipfelthema sein, aber vorerst sei es "unwahrscheinlich, dass die großen Länder einer neuen Politik zustimmen", so Lindh mit Blick auf widerstreitende Reformwünsche in Paris, Madrid und Berlin.

Wenige Tage vor der Oscar-Verleihung träumt der Filmkomponist Ennio Morricone im LEBEN der ZEIT: "Mit dem Soundtrack zu Giuseppe Tornatores Film Malena bin ich zum fünften Mal für den Oscar nominiert. Bisher habe ich ihn nicht bekommen, aber vielleicht schaffe ich es dieses Mal", sagte Morricone der ZEIT. "Kann sein, dass ich insgeheim überzeugt bin, der Preis gehöre dieses Mal mir, weil ich ihn nach all den gescheiterten Versuchen einfach verdient habe."

Ennio Morricone, 72, schrieb die Musik zu mehr als 400 Filmen. Berühmt geworden ist er mit der Filmmusik zu Sergio Leones Italowestern Spiel mir das Lied vom Tod. Jetzt ist seine Musik zum Film Malena für den Oscar 2001 nominiert. In der ZEIT träumt Ennio Morricone davon, dass es ihm dieses Mal - pünktlich zu seinem 40-jährigen Karrierejubiläum - gelingt, die Auszeichnung nach Rom zu holen.

Morricone begann seine Karriere als Trompeter. Der Traum seines Vaters sei es gewesen, ihn Medizin studieren zu sehen - sein eigener Traum sei es hingegen gewesen, Musik zu machen. Dabei habe er keine Berührungsängste: "Ich kann Stücke komponieren für den Wilden Westen oder die Oper."