Stratthaus: Guten Morgen Frau Engels.

Engels: Stehen Sie denn hinter dem von Ihrer Partei verkündeten Abbruch der Gespräche?

Stratthaus: Ich muss Ihnen sagen, dass ich zur Zeit weit weg im Schwarzwald bin. Ich habe keine besonderen Informationen, die über das hinausgehen, was aus den Medien zu erfahren ist. Sicher ist allerdings eines: Wir haben das Altersvermögensgesetz durchaus gesehen als eine Möglichkeit, noch einmal etwas an der Rentenreform zu ändern. Wenn nun die Bundesregierung nicht bereit ist und die tragenden Parteien im Bundestag, an der Rentenreform insbesondere die Hinterbliebenenrente zu verbessern, dann werden wir auch beim Altersvermögensgesetz nicht mitmachen können.

Engels: Arbeitsminister Riester hält dem entgegen, er hätte ja Entgegenkommen gezeigt. Er sei bereit, die beschlossenen Einschnitte bei der Witwenrente, die Sie als Hinterbliebenenrente ansprechen, für die unter 40-Jährigen für zehn Jahre auszusetzen. Ist das nicht genug?

Stratthaus: Es ist aus unserer Sicht einfach nicht genug, insbesondere was die Hinterbliebenen mit weniger Kindern betrifft. Da muss Herr Riester sich noch etwas weiter bewegen.

Engels: Nun ist die Hinterbliebenenrente nur ein Teil des gesamten Rentenpakets. Wollen Sie deshalb die gesamte kapitalgedeckte private Vorsorge stoppen?

Stratthaus: Ja. Wir sind der Meinung, dass diese Hinterbliebenenrente ein ganz wichtiger Teil ist. Wir möchten bei der Altersvorsorge mitarbeiten. Aber es ist eben ein wichtiger Teil der Rentenreform und ich halte es nicht für fair, dass die Regierung einfach die Teile, die sie selbst erledigen kann, nach ihrem Gutdünken macht und wir haben dann keine Möglichkeit mehr und man versucht uns in die Ecke zu stellen, wenn man dem Vermögensaufbau nicht zustimmt. Wir sehen dies als eine Einheit. Beide Gesetze gehören inhaltlich zusammen.