War doch klar: So kurz vor zwei Landtagswahlen ist das Deutschland-Thema nicht vom Stammtisch zu kriegen. In Rheinland-Pfalz hat die CDU deshalb noch schnell eine Plakataktion aus der Taufe gehoben. "Wird der Wahltag Trittins Schicksalstag?", fragt sich da der "Tagesspiegel" groß auf der Eins. Und "die tageszeitung" stellt im Aufmacher fest: "Deutsche jetzt noch stolzer".

Kaum ein Kilo-Merz stolz dürften die Urheber anderer Top-Nachrichten sein: "Greenspan schickt Börsen auf Talfahrt", meldet "Die Welt" über dem Seitenbruch, "Pessimismus drückt Euro", heißt es im "Handelsblatt" an gleicher Stelle. Dass die Maul- und Klauenseuche an Deutschland noch nicht vorbeigegangen ist, hat die gestrige Entdeckung infizierter Schafe auf besonders grenznahen holländischen Bauernhöfen klar gemacht. "Die Seuche nähert sich Deutschland", textet dazu die "Süddeutsche Zeitung". Das Thema Mazedonien nimmt die "Frankfurter Allgemeine" an Top eins auf: "Keine Aussicht auf Waffenstillstand in Tetovo. Fischer: Die albanische Frage ist offen".

Gespräche in Mazedonien?

Allerdings gibt es wage Hoffnung, einen Bürgerkrieg abzuwenden. Nur Stunden vor Ablauf des Ultimatums der mazedonischen Armee haben die albanischen Rebellen eine Feuerpause angekündigt. Bei einem Kampf werde Blut vergossen und "dann gibt es keinen Platz mehr für Gespräche", sagte Rebellen-Sprecher Sadri Ahmeti am Mittwoch Abend dem Kosovo-Fernsehsender RTK in Pristina.

Der Nato käme eine solche Entwicklung mehr als gelegen. Weder sind die diplomatischen Chancen, die Kämpfe in Mazedonien zu beenden, besonders groß. Noch gibt es ein Mandat für ein militärisches Eingreifen. "Zudem muss sich die Allianz vorwerfen lassen, die albanischen Freischärler nach dem Kosovo-Krieg nicht konsequent entwaffnet zu haben", schreibt Bernhard Küppers in der "Süddeutschen Zeitung". Und nicht nur das, denn die Ursprünge des Konflikts in Mazedonien verweisen auf eine gewisse Nato-Beteiligung: "Nach dem Krieg verweigerte man den Kosovaren (der UCK, die Red.) die in Rambouillet noch in Aussicht gestellte Unabhängigkeit und löste im September die Albaner-Truppe auf", kommentiert Herbert Kremp in der "Welt". Das hatte Folgen: "Die UCK organisierte und bewaffnete sich im Untergrund neu, während die Nato nach dem Umsturz in Belgrad die Front wechselte. Sie setzt jetzt auf Serbien und gibt damit der UCK das benötigte neue Motiv zum Handeln." "die tageszeitung" bringt ein Interview mit dem Sprecher der UCK, Sadri Ahmeti, über die politischen Forderungen und die Ziele der Rebellen. Ein Auszug bestätigt in der Tat, dass die albanische Frage wohl noch offen ist: "Wir sind die bewaffnete Bewegung des Volkes."

Politisches Infektionspotenzial

Nach den ersten bestätigten Fällen in den Niederlanden wächst die Gefahr eines Übergreifens der Maul- und Klauenseuche auf Deutschland. Zwar besteht seit dem 13. März ein Transportverbot von Klauentieren aus Holland, doch niemand weiß schließlich, was vor diesem Termin eingeschleppt wurde und welches Infektionspotenzial der tägliche humane Grenzverkehr birgt.